Nach einem Bericht des ARD-Magazins Report München und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sind IS-Sympathisanten auch in DITIB-Gemeinden anzutreffen. Im Bericht von Ahmet Şenyurt haben sich im nordrhein-westfälischen Dinslaken rund zwei Dutzend Muslime der Terrororganisation IS angeschlossen. Mehr noch: Auch ein Mitglied vom Moschee-Vorstand ließ sich mit jemandem fotografieren, der ein IS-T-Shirt trägt. Beide zeigen den erhobenen Zeigefinger in die Kamera, der in Verfassungsschutzkreisen als das politische Symbol des IS gilt.

DITIB-Generalsekretär Bekir Alboğa zeigt sich entsetzt über das Foto: „So eine Person kann bei einer DITIB-Gemeinde weder an der  Gemeindearbeit, noch bei der Jugendarbeit mitwirken. Nicht mehr. Wir werden das nicht mehr zulassen.“ Laut Verfassungsschutz soll auch der DITIB in Baden-Württemberg vergleichbare Probleme haben. Fünf DITIB-Mitglieder sollen von hier aus nach Syrien gezogen sein. Der Verband brauche die Unterstützung des Staates.

Alboğa dazu: „Diese Herausforderung müssen wir gemeinsam bewältigen. Allein durch die Ehrenamt, Jugendarbeit oder Moschee-Arbeit auf ehrenamtlicher Ebene können wir diesen professionellen Propagandisten den Wasserhahn nicht abdrehen.“

Die DITIB arbeitet als bundesweiter Dachverband für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der angeschlossenen türkisch-islamischen Moscheegemeinden. Sie untersteht direkt dem türkischen Amt für Religonsangelegenheiten, der Diyanet.

Nach dem Foto des örtlichen DITIB-Vorstandsmitliedes mit einem IS-Sympathisanten zu urteilen, fehlt den Funktionären in DITIB-Moscheen ein Bewusstsein über die Gefahr des IS. Noch vor der Jugendarbeit scheint eine innere Sensibilisierung bei den Verantwortlichen Not zu tun.