Die Terrormiliz IS kontrolliert weiterhin im Norden und Westen des Iraks sowie in Syrien riesige Gebiete. Gegner und Andersgläubige mussten zu Zehntausenden fliehen, weil sie Übergriffe fürchten. Der IS verbreitet unter seinen Gegnern Angst und Schrecken. In den Internetplattformen veröffentlicht die Terrormiliz ihren brutalen Umgang mit ihren Gegnern. Kritik kommt inzwischen von allen Seiten. In Deutschland wollen Muslime an diesem Freitag in über 2.000 Moscheen eine bundesweite Aktion durchführen, um ein Zeichen gegen Extremismus und Gewalt zu setzen. Zudem sind in zahlreichen Städten Mahnwachen geplant.

„Gegen Prinzipien des Koran und der Lebenstradition unseres Propheten“

Auch der Islamgelehrte Fethullah Gülen verurteilt die terroristischen Aktionen des IS. „Jede Form von Gewalt gegen unschuldige Zivilisten und jede Art von Verfolgung von Minderheiten widerspricht vehement den Prinzipien des Koran und der Lebenstradition unseres Propheten“, schreibt Gülen in einer Stellungnahme zur IS. Diese wurde in der New York Times, der Washington Post, der Chicago Tribune, dem Wall Street Journal und der Los Angeles Times veröffentlicht.

„Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

Der Gelehrte schreibt, dass die Handlungen des IS eine Schande für den Glauben seien, den sie angeblich verkünden wollten. Sie seien zudem ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Mitglieder der Terrormiliz seien entweder völlig unwissend über ihren Glauben, den sie zu verkünden behaupteten, oder aber ihre Aktionen beruhten auf ihren individuellen Interessen oder jenen ihrer Führer. Die Aktionen seien zweifelsohne terroristischer Natur. Deswegen sollten die Verantwortlichen vor Gericht gestellt und wegen ihrer schrecklichen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.

Beileid für Familien von ermordeten Geiseln

In seiner Stellungnahme drückt Gülen auch sein Beileid für die Familien von James Foley, Steven Sotloff und David Haines aus. Sie wurden von der Terrormiliz zunächst als Geiseln genommen und anschließend ermordet.