Turhan Özyazanlar, der Teamchef der Fußballmannschaft aus Sarıyer (Istanbul), eines Drittligisten, wurde von Fans zusammengeschlagen, nachdem der Torwarttrainer der Mannschaft auf Facebook Einträge gepostet hatte, die Gräueltaten der Terrormiliz IS in Kobani anprangern.

Eine Gruppe von Sarıyer-Fans ging am 14. Oktober außerhalb der Räumlichkeiten des Vereins auf Özyazanlar los, nachdem dieser versucht hatte, seinen Mitarbeiter zu verteidigen.

Der Torwarttrainer, der im südosttürkischen Diyarbakır geboren wurde, hatte sich auf Facebook mit den kurdischen Einheiten solidarisiert, die sich in der nordsyrischen Grenzstadt Kobani gegen den Vormarsch des IS wehren.

Fans reagierten daraufhin negativ auf den Beitrag und forderten im Wege eines „Shitstorms“, den Torwarttrainer zu entlassen. Nachdem sich die Klubführung geweigert hatte, dem Drängen nachzugeben, kam es zu der Attacke auf Özyazanlar vor den Klubräumlichkeiten des Drittligisten.

„Ich war nie politisch, ich bin ein Sportsmann“

Özyazanlar wurde nach dem Angriff ins Krankenhaus gebracht. Er sieht sich selbst als zu Unrecht angegriffen und bestreitet jedwede Verbindung zur Politik. „Ich schäme mich wegen einer solchen in die Schlagzeilen geraten zu sein. Diese Situation bedrückt mich. Jeder sollte den anderen respektieren, unabhängig davon, welche politischen Ansichten einer hat. Ich habe nichts mit Politik zu tun, ich bin ein Sportsmann“, betonte der Trainer.

In der Vorwoche hatten landesweite und mit Ausschreitungen verbundene Proteste gegen die Kobani-Politik der Regierung 37 Todesopfer und hunderte Verletzte gefordert.

Özyazanlar, der bereits mehrere Zweit- und Drittligateams gecoacht hatte, hatte 2013 mit Büyükşehir Belediyespor Diyarbakır den Drittliga-Meistertitel errungen und in weiterer Folge die Außenseiter zum Spitzenteam der zweiten türkischen Liga und Aufstiegskandidaten in die Süper Lig gemacht.