IS-Terror: Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat sich in Teilen des Iraks und Syriens festgesetzt. Auch in der Türkei soll es Unterstützer geben. Doch was denkt die türkische Gesellschaft über die Gruppierung?

Der Terror des IS geht weiter. Im Namen der Religion versuchen die Terroristen einen so genannten „islamischen Staat“ aufzubauen. Dass ihre Handlungen allerdings genau dem Gegenteil des Islam entsprechen, wird oft ausgeblendet. Dennoch wirkt die IS-Propaganda offensichtlich so sehr, dass sich Freiwillige in den Irak und nach Syrien begeben – auch türkische.

Laut einem Bericht der New York Times sind etwa 1000 weitere türkische Staatsbürger der Terrororganisation IS beigetreten. Die Anhänger sind meist junge Menschen, die dazu aufgefordert werden, im Namen der Religion zu kämpfen. Ein weiterer Grund, der den IS immer attraktiver erscheinen lässt, soll das Geld sein, das den Kämpfern gezahlt werde, heißt es in dem Bericht.

Mittlerweile soll die Terrorgruppe zwischen 20.000 und 31.500 Kämpfer im Irak und in Syrien haben. Eine genaue Zahl über die türkischen Mitglieder dieser Gruppe gibt es nicht. Der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu lehnte die Kritik ab, dass seine und die Vorgänger-Regierung ausländischen Kämpfern erlaubt hätten, die Türkei zu betreten, um sich dem IS anzuschließen. Außerdem sei die Anzahl der europäischen Kämpfer, die im IS kämpften, deutlich höher als die der türkischen. Weiterhin betonte Davutoğlu, dass die Türkei keine Form von Radikalismus dulden werde. In erster Linie sei das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit seiner diskriminierenden Politik dafür verantwortlich, dass der Radikalismus in der Region zugenommen habe.

150 Dollar pro Tag

„Dort zu kämpfen, ist wie in Trance zu sein“, zitiert die NYT den 27-jährigen Can, der sich der IS angeschlossen haben soll. „Alle rufen ‘Gott ist der Größte’, was einem Kraft gibt, den Feind ohne Hemmungen töten zu können.“ Can, ein ehemaliger Drogendealer, stamme, wie viele weitere IS-Anhänger, aus einer armen Gegend in Ankara. Gegenüber der Zeitung sagte er, dass er bereits zwei Männer erschossen habe und an einer öffentlichen Hinrichtung beteiligt gewesen sei. Zudem habe man ihm gesagt, dass er ein wahrer IS-Kämpfer sein würde, wenn er einen Mann bei lebendigem Leibe begraben würde.

Seinen Angaben zufolge wurde er mit seinen zehn Kindheitsfreunden nach Syrien gebracht. Scheinbar waren auch finanzielle Aspekte ein Beweggrund für sie, sich ins Nachbarland abzusetzen: „Wenn man kämpft, zahlen sie einem 150 Dollar pro Tag. Selbst die Geschäftsinhaber geben einem die Produkte kostenlos.“