In Anbetracht der Unruhen im Irak und des Vormarsches der Terrororganisation „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (Isis) sprach sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu für die Errichtung eines unabhängigen kurdischen Staates im Irak aus, der Teil einer breiteren Allianz moderaterer Kräfte für Frieden und Stabilität in der Region werden solle.

Der Vormarsch sowohl der extremistischen Isis als auch vom Iran unterstützter schiitischer Verbände im Irak habe die Notwendigkeit einer „verstärkten regionalen Kooperation“ hervorgebracht. Insbesondere Jordanien, das immer stärker droht, in die schwelenden Nachbarschaftskonflikte im Irak und in Syrien hineingezogen zu werden, und die ölreiche Kurdenregion im Irak sollten dadurch stärker geschützt werden. Die Kurden seien „eine Nation von Kämpfern, haben ihre politische Vertrauenswürdigkeit unter Beweis gestellt und seien der Unabhängigkeit würdig“.

Gleichzeitig sagte Netanyahu, Israel werde wohl auch im Fall eines künftigen Friedensabkommens mit den Palästinensern eine längerfristige militärische Präsenz in der Westbank aufrechterhalten müssen. Grund dafür seien die nach wie vor vorhandenen Bedrohungspotenziale in der Region. „Wir müssen in der Lage sein, Terrorismus und Fundamentalismus zu stoppen, die uns vom Osten her bedrohen – und zwar bereits an der Jordanlinie und nicht erst in den Vororten von Tel Aviv.“

Israel könne seine Sicherheit nicht den Palästinensern oder internationalen Kräften anvertrauen, da diese nicht in der Lage seien, diese zu gewährleisten.