In Frankfurt am Main wurde heute mit dem Kongress 2014 des Graduiertenkollegs Islamische Theologie die größte islamisch-theologische Veranstaltung des Jahres eröffnet.

Im Rahmen des Kongresses unter dem Titel „Horizonte der islamischen Theologie“ werden sich voraussichtlich über 300 angemeldeten Wissenschaftler und Studenten fünf Tage lang an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Themen wie „Neue Wege der Koranauslegung“, der deutschen Imam-Ausbildung, islamischer Seelsorge oder Bioethik widmen.

Von dem Kongress sollen zahlreiche positive Impulse für das neu etablierte Fach ausgehen. Bis Freitag diskutieren Wissenschaftler und Studenten der Islamischen Theologie und verwandter Fächer in sechs thematischen Sektionen das Fächerspektrum der islamisch-theologischen Studien. Dazu zählen u.a. die islamische Religionspädagogik, die praktische Theologie, die Ideengeschichte des Islams, die islamischen Textwissenschaften und das Arabische.

Der Kongress wird vom Zentrum für Islamische Studien Frankfurt am Main ausgerichtet, das eines der vom BMBF geförderten Zentren Islamischer Theologie ist. Gleichzeitig ist es einer der sieben Standorte des bundesweiten Graduiertenkollegs Islamische Theologie, das von der Stiftung Mercator gefördert wird. Referenten kommen neben einer Vielzahl deutscher Universitäten unter anderem auch aus Ägypten, Tunesien, Südafrika, der Türkei, dem Iran, Großbritannien oder den USA.

Bereits 16 Doktoranden werden im Graduiertenkolleg betreut

Das Graduiertenkolleg Islamische Theologie ist standortübergreifend an den Universitäten Münster, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, Osnabrück, Paderborn und Tübingen eingerichtet. Ziel ist es, Nachwuchswissenschaftler in der Islamischen Theologie auszubilden. Mit insgesamt 16 Promovierenden stellt das Graduiertenkolleg das zentrale Nachwuchsprogramm des Faches dar. Vier Doktoranden forschen in Frankfurt u.a. zum Geschlechterverhältnis im Koran und zu den islamischen Rechtswissenschaften.

Auch fördert das Graduiertenkolleg Islamische Theologie den Kongress und beteiligt sich u.a. am panelübergreifenden Rahmenprogramm, das internationale Experten der Islamischen Theologie zusammenbringt. Die Promovierenden des Kollegs sind außerdem an der Leitung der Sektion „Textwissenschaften“ beteiligt und organisieren Panels u.a. zu den Themen Rechtsnormen, systematische Theologie und Hadithwissenschaften.

Internationale und fächerübergreifende Dimension

Der Kongress trägt damit zur Weiterentwicklung zentraler Themen der Islamischen Theologie im deutschen Kontext bei. Prof. Katajun Amirpur, Sprecherin des Graduiertenkollegs und Standortpartnerin an der Universität Hamburg, erklärt dazu: „Das große Engagement der Kollegiaten im Kongress ist ein Beleg für den produktiven Austausch zwischen Nachwuchswissenschaftlern und nationalen und internationalen Experten. Wir erwarten daher eine Vielzahl produktiver Impulse für die weitere Etablierung der Islamischen Theologie in Deutschland und für den öffentlichen Diskurs zum Islam.“

Der Kongress wendet sich nicht nur an Interessenten und Vortragende aus dem Bereich der Islamischen Theologie, sondern ebenso an Vertreter verwandter Disziplinen und das akademische Publikum anderer Fachrichtungen sowie die interessierte Öffentlichkeit. Damit trägt er der hohen gesellschaftlichen Relevanz der Islamischen Theologie Rechnung, die u.a. die Lehrer für den islamischen Religionsunterricht ausbildet.