Interreligiöse Zusammenarbeit einmal anders: Im Priesterseminar des Erzbistums Köln werden nicht nur katholische Geistliche ausgebildet, sondern auch Musliminnen – im Schwimmen. Das Becken im Keller des Gebäudes diene auch als „geschützter Ort für Schwimmkurse muslimischer Frauen“, teilte das Erzbistum Köln am Mittwoch mit. Die Kurse in dem 20-Meter-Becken werden in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln angeboten. Für Seminaristen oder andere Nutzer bleibt das Schwimmbad zu diesen Zeiten gesperrt.

Kardinal Josef Frings hatte bei den Planungen des Priesterseminars Mitte der 1950er Jahre im Keller ein Schwimmbad einbauen lassen, um den angehenden Priestern nicht nur geistige und geistliche, sondern auch körperliche Betätigung zu ermöglichen. Heute steht es neben den muslimischen Frauen auch den Mitarbeitern des Generalvikariats für den Betriebssport, den Schülerinnen der Ursulinenschule für den Sportunterricht sowie den Hausbewohnern zur Verfügung.

In der Vergangenheit hatte es in Deutschland oft Diskussionen und Gerichtsurteile im Zusammenhang mit Schwimmunterricht und –kursen für Musliminnen gegeben.