Der Deutsche Presserat hat die „Bild am Sonntag“ für ihren Kommentar „Islam als Integrationshindernis“ gerügt. Er enthalte pauschalisierende Aussagen über das Verhalten von Muslimen im Allgemeinen, erklärte der zuständige Beschwerdeausschuss am Dienstag in Berlin. Damit erziele er eine diskriminierende Wirkung und sei mit der Selbstverpflichtung der Presse zu Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde unvereinbar, heißt es weiter. Der Meinungsbeitrag des Vizechefredakteurs Nicolaus Fest hatte Ende Juli für Aufsehen und auch Widerspruch aus dem eigenen Haus gesorgt.

Der Kommentar spreche dem Islam als Glaubensrichtung die Integrationsfähigkeit ab, heißt es vom Presserat weiter. Die Grenze der Meinungsfreiheit werde überschritten, sagte die Vorsitzende des Beschwerdeausschusses, Ursula Ernst. „Die Angehörigen der Religion fühlen sich verständlicherweise diskriminiert.“ Über den Kommentar waren 215 Leserbeschwerden beim Presserat eingegangen.

Fest hatte unter anderem geschrieben: „Nur der Islam stört mich immer mehr. Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle.“ (KNA/dtj)