In meinem ersten Beitrag bin ich auf die weniger bekannten Seiten im Leben des Propheten eingegangen und habe versprochen, dass ich mich in den nächsten Beiträgen auf die Prophetengefährten und auf die Nachwelt konzentrieren werde. Doch muss ich mich entschuldigen, da ich, nachdem ich einen kurzen Blick in meine Notizen warf, gesehen habe, dass es doch noch einige interessante Aspekte im Leben des Propheten gibt, die erwähnenswert sind.

Es gibt sicherlich noch viele weitere nennenswerte Beispiele aus dem Leben des Propheten. Falls ihr welche habt, nur her damit, achtet bitte aber auch auf die Authentizität ;)

Wusstet ihr, dass…

– nicht nur die Freunde des Propheten, sondern vor allem seine Gegner in ihm einen vertrauenswürdigen Menschen sahen? Sie vertrauten ihm ihr Vermögen, ihre Familie und andere Dinge an, obwohl sie nicht an ihn glaubten, gar ihm verfeindet gegenüberstanden.

– der Prophet in seiner Abschiedspredigt die rechtliche und soziale Gleichheit aller Menschen betonte und darauf hinwies, dass auch ein Muslim, der Christen und Juden Unrecht tut, bestraft werde und dessen Feind er ist?

– der Prophet Christen und Juden zu sich einlud und seine Gäste selbst bewirtete?

– der Prophet, ausgehend von koranischen Versen, sich bemühte, eine Friedenspflicht einzusetzen bzw. den Frieden unter den Menschen immer aufrechtzuerhalten? Das sehen wir am besten am Beispiel des Hudaybiya-Vertrages, wo er gelassen auf Kritik und Feindschaft des Vertragspartners reagiert und sie bevorrechtet?

– die Nicht-Muslime zur Zeit des Propheten viel mehr Rechtsschutz für Leib und Leben, Eigentum und private Handlungsfreiheit, Religionsfreiheit und rechtliche Autonomie genossen, als unter dem Herrscher des eigenen Glaubens?

– es zur Zeit des Propheten renommierte christliche und jüdische Architekten, Lehrer, Techniker und Bauunternehmer in Medina gab?

– der Prophet einst gefragt wurde, wer bei Gott am beliebtesten ist und er folgendes antwortete: „Jener, der der Gesellschaft am meisten nutzt.”

Daraus schließe ich, dass die aktive Teilnahme an der Gesellschaft eine Pflicht ist. Damit ist nicht DIE islamische Gesellschaft gemeint, sondern irgendeine Gesellschaft. Es geht hauptsächlich darum, friedlich und gemeinsam zusammenzuleben.

– der Prophet, als er hörte, wie jemand seine Frau schlägt, sagte: „Ich wundere mich über den, der seine Frau schlägt, weil es ihm weitaus mehr gebührt, geschlagen zu werden! Schlagt eure Frauen nicht! Dieses wird euch teuer zu stehen kommen!”

– der Prophet mit den Christen aus Nedschran das folgende Abkommen abschloss: „Die Nedschraner haben Recht auf Vermögen, Leben, Religion und Fortpflanzung. Ihre Gebetsstätten werden nicht abgerissen, sie dürfen darin weiterhin ihren Gottesdienst jederzeit durchführen, an ihren Ritualen und ihrer Tradition wird aus muslimischer Hand keine Veränderung vollzogen, sie dürfen über ihre Rituale selber entscheiden und in all diesen Forderungen stehen sie unter dem Schutze Gottes und des Propheten Muhammad.“