Islambek Kuat kannten in der Türkei bis Dienstag wohl nicht mal erfahrene Fußball-Scouts.

Bis Dienstag.

Denn seitdem kennt ihn fast jeder Fan. Kuat ist über Nacht zu einem Helden geworden.

Er war es nämlich, der es maßgeblich möglich machte, dass die Türkei das Direktticket nach Frankreich zur EM-Endrunde 2016 bucht. Denn ohne sein Siegtor für Kasachstan im Spiel in Lettland wäre Lettland nicht auf den letzten Platz abgerutscht – und hätte somit die Türkei nicht zum besten Gruppendritten gemacht.

Nun sprach der Torschütze mit der Nachrichtenagentur Cihan über Dienstagabend und das türkische Team, für welches er gerne spielen würde.

„Ich bin sehr glücklich für die Türkei und das türkische Volk. Der Sieg war für uns wichtig, aber noch wichtiger war er für meine türkischen Geschwister“, so der 22-jährige Kuat, der der türkischen Nationalmannschaft viel Glück für die EM wünschte. Vor dem Spiel hätten sie nur auf sich selbst geschaut, um den ersten Sieg in der Gruppe zu landen, auch wenn ihnen klar gewesen sei, dass die Türkei für den besten dritten Platz auf ihre Schützenhilfe angewiesen war. Doch als er nach Abpfiff erfahren habe, dass sich die Türkei auch seines Tores wegen qualifiziert habe, sei er sehr glücklich gewesen.

Herzensklub Beşiktaş

Es hätten ihnen viele Nachrichten und E-Mails von türkischen Fans erreicht. „Ich möchte ihnen danken. Ich habe das Tor für das türkische Volk geschossen“, erklärte der defensive Mittelfeldspieler, der in seiner Heimat für Kairat Almaty spielt.

Und für wen schlägt in der Türkei sein Herz? „Ich verfolge die türkische Liga sehr genau. Es ist eine sehr schwere und ausgeglichene Liga. Falls eines Tages möglich, würde ich gerne für Beşiktaş spielen.“

Ein Transfer würde in jedem Fall marketingtechnisch Sinn ergeben – und viel kosten würde er auch nicht: Kuats Marktwerkt beläuft sich laut Transfermarkt auf 150.000 Euro. Im Vergleich zu den Summen, die die türkischen Top-Teams Sommer für Sommer ausgeben, ein Taschengeld.