Islamfeindliche Gewalt kein Thema für deutsche Medien

Nach der Ermordung der jungen Mutter Marwa El-Sherbini 2009 in Dresden hat sich am 13. Juni in Paris ein weiterer besonders bestialischer islamfeindlicher Übergriff ereignet, der zeigt, dass der in weiten Teilen Europas salonfähig gewordene Modetrend „Islamkritik“ mitnichten – wie es ihre Protagonisten darstellen – „harmlose Religionskritik“ darstellt, sondern gezielt darauf abzielt, eine missliebige Bevölkerungsgruppe zu dehumanisieren und so ihre Angehörigen zu Vogelfreien zu stempeln.

Im Pariser Vorort Argenteuil wurde eine 21-jährige Frau, die im vierten Monat schwanger war, von zwei Männern angegriffen, die sie erst auf rassistische Weise beschimpften und versuchten, ihr das Kopftuch herunterzureißen. Später schnitten sie ihrem Opfer die Haare ab und rissen ihr auch Teile ihrer Kleidung ab. Als die Frau schrie, dass sie schwanger sei, begann einer der Männer, ihr in den Bauch zu treten.

Später wurde sie in das Krankenhaus von Argenteuil eingeliefert, wo sie sich einer Behandlung für ihre Verletzungen unterziehen musste. Das Kind konnte dabei nicht gerettet werden – die Frau erlitt eine Fehlgeburt.
Nach Angaben der „Daily Mail“ wurde bereits vor drei Wochen eine andere muslimische Frau in der gleichen Pariser Region angegriffen.

Die englischsprachige Zeitung „The Local“ zitierte die Koalition gegen Rassismus und Islamophobie, die der Familie des Opfers ihr Beileid und Solidarität ausdrückte. „Die Welle der Angriffe und islamfeindlichen Vorfälle macht eine starke und kompromisslose Antwort seitens der Regierung nötig. Sie kann nicht nur jenen Opfern gegenüber solidarisch sein, die sie für würdig erachtet.“

Außer der „Islamischen Zeitung“ hat bis dato übrigens noch keine deutschsprachige Nachrichtenpublikation über diesen Vorfall berichtet – obwohl man die Situation vor Ort offenbar regelmäßig verfolgt. Immerhin wurde am Tag der Attacke in nicht wenigen Medien sehr wohl über die Auseinandersetzung aufgebrachter Passanten mit Polizeibeamten berichtet, die eine Burkaträgerin festnehmen wollten.

Dass Vorfälle dieser Art deutschen Massenmedien nicht als berichtenswert erscheinen, lässt aber wenigstens hoffen, dass im Rahmen der nächsten „Anne Will“-Sendung nicht schon wieder Necla Kelek eingeladen wird, um sich zu der Pariser Attacke zu äußern.