Zum Ende des Jahres 2014 scheint der Islamhass in Europa neue Dimensionen zu erreichen. Als am 25. Dezember in der schwedischen Ortschaft Eskilstuna ein Brandanschlag auf eine Moschee verübt worden war, die sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses befand, und in der sich zum Zeitpunkt des Anschlages 15 bis 20 Menschen in dem Gotteshaus aufgehalten haben sollen, wurden mehrere Personen verletzt.

Wie die KNA berichtet, soll es in Schweden auch am Montag zu einen Brandanschlag auf eine Moschee gekommen sein. Laut Medienberichten brach in einem islamischen Gebetsraum in der südschwedischen Kleinstadt Eslov am frühen Montagmorgen ein Feuer aus; Personen kamen diesmal nicht zu Schaden. Es habe jedoch die Gefahr eines Übergreifens der Flammen auf die darüber liegenden Wohnungen bestanden, hieß es. Die Polizei gehe von Brandstiftung aus.

In Wien war es kurz vor Weihnachten zur Schändung einer Moschee mit Schweineinnereien gekommen.

Islamhass macht vor Aufruf zu Straftaten nicht Halt

Die Initiatoren der seit einigen Wochen an Montagen in zahlreichen deutschen Städten aufmarschierenden Gruppe „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ weisen regelmäßig Vorwürfe einer pauschalen Islamfeindlichkeit in Öffentlichkeit zurück.

In der Schweizer Pegida-Gruppe auf Facebook scheint man auf diese taktische Zurückhaltung hingegen weniger Wert zu legen. Die Reaktionen unter den mittlerweile mehr als 1500 Anhängern des eidgenössischen Ablegers der Bewegung auf die jüngsten Übergriffe auf Moscheen sind sehr eindeutig und offenbaren tief sitzenden Islamhass.

Die Anschläge werden verharmlost, es wird ein „Islamverbot“ gefordert und am Freitag reagierte, wie die Tageszeitung „Blick“ berichtet, ein Gruppenmitglied auf die gepostete Nachricht zu einem Brandanschlag auf eine Moschee in Schweden mit den Worten: „Abbrennen, die Scheißhäuser!“ Auch der Administrator der Seite soll den Aufruf zu islamfeindlichen Straftaten unterstützen.

Nationalkonservative AfD-Aktivisten gehen auf Distanz

In Deutschland versucht sich die Pegida-Bewegung unterdessen, ein Märtyrerimage zu geben. Gleichzeitig fallen ihre Hemmschwellen hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem organisierten Rechtsextremismus. In einem Blogbeitrag erklärte der Düsseldorfer Aktivist der eurokritischen „Alternative für Deutschland“ (AfD), Alexander Heumann, seine Unterstützung für Pegida und deren Düsseldorfer Ableger Dügida einzustellen, nachdem bekannt wurde, dass die Organisatorin mehrerer Aufmärsche, Melanie Dittmer, künftig als Pressesprecherin von Pegida fungieren soll. Dittmer ist Vorstandsmitglied der rechtsextremistischen Partei Pro NRW und soll sich gegenüber „Spiegel TV“ in relativierender Weise über den Holocaust geäußert haben.

Pegida-Anhänger schlagen verbal um sich

Pegida-Anhänger sehen sich hingegen selbst als Opfer einer Medienkampagne und greifen zu drastischen Vergleichen. So verglich der für islamfeindliche Ausfälligkeiten bekannte Journalist Matthias Matussek Kritiker der Pegida mit „HJ-Pöbeln“. Und auch der Mitorganisator der Dresdener Pegida-Aufmärsche, Siegfried Daebritz, reagierte eher unentspannt auf die parodistische Gegenaktion Schneegida und äußerte auf Facebook, wer über Schneegida lache, hätte „auch über die Karikaturen eines Julius Streicher gelacht“ und antisemitische Demonstrationen klammheimlich von zu Hause aus unterstützt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel distanzierte sich hingegen in ihrer Neujahrsansprache vom zunehmenden Islamhass und den Pegida-Aufmärschen. „Heute rufen manche montags wieder ,Wir sind das Volk’“, so Merkel, „aber tatsächlich meinen sie: Ihr gehört nicht dazu – wegen Eurer Hautfarbe oder Eurer Religion.“

Sie rief dazu auf, sich den Demonstrationen der Pegida nicht anzuschließen: „Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen – denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja sogar Hass in deren Herzen.“