„Islamisches Quartett“ in Kairo – Morsi und Davutoğlu sprechen über Rolle Irans

Kurz vor der Zusammenkunft des „Islamischen Quartetts“ – bestehend aus den Außenministern von Saudi Arabien, der , Ägypten und dem Iran –, das am Montag erstmals zusammenkam, trafen sich Davutoğlu und zu einem Vier-Augen-Gespräch.

Nach Angaben des Pressesprechers des ägyptischen Präsidenten sagte Davutoğlu, dass ihm die finanzielle Unterstützung des syrischen Regimes durch den Iran bekannt sei und er das Treffen nutzen wolle, die enge Verbindung zwischen dem Iran und Syrien zu diskutieren.

Das „Islamische Quartett“ geht auf eine Initiative des ägyptischen Präsidenten Morsi zurück. Ziel dieses Außenministertreffens ist die gemeinsame Erarbeitung einer Lösung des Bürgerkriegs in Syrien. Gastgeber Ägypten, die Türkei und Saudi Arabien gelten als scharfe Kritiker des syrischen Regimes und unterstützen die syrischen Rebellen. Der Iran hingegen gilt als der wichtigste regionale Verbündete der Assad-Regierung.

Der ägyptische Präsident habe dem Iran für den Fall, dass er seine Unterstützung für das syrische Regime einstellt, angeboten, ihn durch die Wiederaufnahme echter diplomatischer Beziehungen aus seiner momentanen Isolation zu helfen. Außerdem wolle er sich für eine diplomatische Annäherung Teherans an ölreiche arabische Golfstaaten einsetzen. Es bleibt abzuwarten, ob der Iran, der aufgrund seines umstrittenes Atomprogramms international geächtet und sanktioniert wird, diese Möglichkeit der Annäherung an seine arabischen Nachbarn nutzt und seinen engen Verbündeten in Damaskus im Stich lässt.

Der Sondergesandte der UN, Lakhdar Ibrahimi, der sich am Wochenende mit dem syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad traf, stieß im Laufe des Tages zum Treffen der Außenminister dazu. Aus nicht näher bekannten Gründen blieb der saudische Außenminister Prinz Saud al-Faisal dem Treffen fern.

Die bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien fordern unterdessen immer mehr Opfer. Allein im August sollen nach Angaben syrischer Aktivisten fast 5000 Menschen getötet worden sein – die höchste Opferzahl in einem Monat seit Beginn des Konfliktes im März 2011. Insgesamt sind seit Anfang der Kämpfe etwa 23.000 Menschen ums Leben gekommen.