Bei einer Festnahmeaktion der israelischen Armee in der palästinensischen Stadt Dschenin im besetzten Westjordanland ist es in der Nacht zum Dienstag zu heftigen Schusswechseln gekommen. Das Militär teilte am Morgen mit, bei dem Einsatz sei ein Haus zerstört worden, in dem man einen gesuchten Führer der Hamas vermutete. Während der Aktion sei es zu gewaltsamen Konfrontationen mit Hunderten von Palästinensern gekommen. Sie hätten die Truppen mit Steinen und Brandflaschen beworfen.

Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan rückte die Armee mit zahlreichen gepanzerten Fahrzeugen in die Stadt im nördlichen Westjordanland ein. Die Soldaten hätten Schüsse abgegeben und Blendgranaten eingesetzt. Fünf Palästinenser hätten Verletzungen durch Tränengas erlitten. Ein Hamas-Führer sowie mehrere Familienmitglieder seien festgenommen worden.

Unterdessen hat Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon die im Gazastreifen herrschende Hamas für die Wahrung der Waffenruhe seit einem Jahr gelobt. „Die Hamas demonstriert ihre Verpflichtung gegenüber der Waffenruhe“, sagte Jaalon am Dienstag bei einer Konferenz in Tel Aviv. Ungeachtet sporadischer Raketenangriffe sei die Sicherheitslage seit dem Gaza-Krieg im vergangenen Jahr akzeptabel gewesen, sagte er.

In dem 50-tägigen Krieg zwischen Israel und den Palästinensern waren mehr als 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet worden. Ende August vergangenen Jahres verkündeten Israel und die Palästinenser eine Waffenruhe. Israel dementierte jedoch zuletzt Berichte, es verhandele heimlich mit der Hamas über eine längerfristige Waffenruhe. (dtj/dpa)