Die Geschäfte zwischen der Türkei und Israel könnten nicht besser laufen. Sowohl bei den Export- als auch Importzahlen sieht man in den letzten fünf Jahren einen deutlichen Anstieg des Handelsvolumens, so die Zahlen des türkischen Statistikamtes (Türkiye İstatistik Kurumu – TÜIK). Zwischen 2009 und 2014 gab es ausgenommen von 2012 jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Das Land ist damit zum 15. wichtigsten Exportland für die Türkei geworden.

Türkei verkauft vor allem Metallprodukte und Fahrzeuge

Im vergangenen Jahr haben die Türken vor allem Produkte aus dem Metallbereich verkauft. Für 580,2 Millionen Dollar wurden Metallprodukte, für 469,5 Millionen Dollar Fahrzeuge, für 174,9 Millionen Dollar Kleidung und für 152,4 Millionen Dollar andere Produkte aus dem Textilbereich verkauft. 2012 war Israel das 18. wichtigste Exportland und stieg 2014 auf Platz 15. 2009 gingen Waren im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar nach Israel, bis 2014 verdoppelte sich fast das Volumen auf 2,925 Milliarden Dollar.

Israel liefert Kohle- und Mineralölprodukte

Israel ist aber nicht nur als Exportland wichtig. Die Türken haben in den vergangenen Jahren auch ihren Einkauf aus dem Land ausgeweitet – von 1,1 (2009) auf rund 2,7 Milliarden Dollar (2014). Hauptsächlich wurden Kohle- und Mineralölprodukte sowie nukleare Kraftstoffe importiert. Zudem hat die Türkei für 385 Millionen Dollar chemische Produkte gekauft. Israels Botschafter in Ankara fasste die Geschäfte zwischen den beiden Ländern so zusammen: „Trotz der Krise zwischen den Regierungen wächst die Wirtschaft zwischen der Türkei und Israel“, zitiert die Milli Gazete den Botschafter.

„One Minute“-Rede beeinflusst Geschäfte nicht

2009 hatte es einen Eklat beim Weltwirtschaftsforum in Davos gegeben. Bei einer Podiumsdiskussion, an der auch Israels Ex-Präsident Shimon Peres teilnahm, hatte der damalige türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan erbost den Saal verlassen, nachdem er bei einer Debatte zum Nahost-Konflikt nur kurze Zeit sprechen durfte. Er hatte bei seiner berühmten „One Minute“-Rede gedroht, er werde nicht mehr Davos zurückkommen. Im Anschluss daran hatte es eine diplomatische Eiszeit gegeben.