Todesstrafe Darstellung via Shutterstock
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Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hat die Todesstrafe für einen palästinensischen Attentäter gefordert. „Jüdisches Blut ist nicht billig! Es gibt keinen Platz für Terroristen – nicht einmal in unseren Gefängnissen“, zitierten ihn israelische Medien am Mittwoch. Der betroffene Straftäter hatte im Juli drei Zivilisten in einer jüdischen Siedlung in der Westbank erstochen. Die einzige angemessene Strafe für ein solch verabscheuungswürdiges Verbrechen sei die Todesstrafe, so der Minister.

Der Prozess gegen den 20 Jahre alten Omer al-Abed findet an diesem Mittwoch vor einem Militärgericht statt. Die Anklage hatte bereits vor Monaten angekündigt, nicht die Todesstrafe fordern zu wollen. Der Palästinenser war am 21. Juli in die Siedlung Halamish eingedrungen und hatte drei Mitglieder der Familie Salomon getötet: den 70-jährigen Vater, seinen 46-jährigen Sohn und dessen 36-jährige Frau. Die Mutter wurde bei dem Überfall verletzt.

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Er wolle für die auf dem Tempelberg befindliche Al-Aksa-Moschee sterben, hatte der Täter zuvor auf Facebook geschrieben. Der Überfall fand auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen um die muslimischen Heiligtümer auf dem „Haram al-Scharif“ statt. Israel wollte damals eine Zugangskontrolle für den Bereich einrichten, baute die Anlagen jedoch nach einigen Tagen internationaler Proteste wieder ab.

Das israelische Recht sieht die Todesstrafe vor. Sie wurde bisher nur einmal vollstreckt: 1962 gegen Adolf Eichmann wegen „Verbrechen gegen das jüdische Volk“.

Bei einem Kondolenzbesuch unmittelbar nach der Tat im Juli sprach sich auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für die Todesstrafe aus. „Meine Position als Ministerpräsident in einem solchen Fall bei einem Mörder mit so niederen Motiven ist, dass er hingerichtet werden muss. Wir brauchen es einfach nicht, dass er weiter lacht“, so Netanjahu. Israels sephardischer Oberrabbiner Jitzhak Josef erklärte laut der Online-Zeitung „Ynet-News“: „Wenn wir wissen, dass ein Terrorist kam, um das jüdische Volk zu verletzen, müssen wir ihn töten, nicht nur verwunden.“

In einer Umfrage des Israel Democracy Institute von Anfang August sprachen sich rund 70 Prozent der Israelis für die Todesstrafe gegen Palästinenser aus, die „der Ermordung israelischer Zivilisten aus nationalistischen Gründen für schuldig befunden wurden“.

KNA/mit/api/iki

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