Der Attentäter von Istanbul nahm offenbar gezielt eine israelische Touristengruppe ins Visier. Wie Videoaufnahmen belegen würden, habe Mehmet Ö., ein mutmaßlicher IS-Terrorist, die Spur der Touristen bereits aufgenommen, als diese ihr Hotel im Stadtteil Beşiktaş verließen. Das berichtet Habertürk. Bei dem Anschlag waren drei Israelis getötet und mehrere verletzt worden.

Mittlerweile ist auch die Identität des Selbstmordattentäters zweifelsfrei belegt. Der Vater von Ö. bestätigte den Behörden, dass es sich um seinen Sohn handele.

Auch beim Anschlag auf dem Sultanahmet-Platz waren hauptsächlich deutsche Touristen ums Leben gekommen. Die Erkenntnisse vom Wochenende werfen jetzt die Frage auf, ob auch diese gezielt von den Terroristen ins Visier genommen wurden.

„Wären sie doch bloß alle gestorben“

Für Aufsehen und Verstimmungen zwischen Israel und der Türkei sorgte am Wochenende ein Tweet eines weiblichen AKP-Mitglieds. İrem Aktaş hatte am Samstagabend geschrieben, sie wünschte, dass auch die verletzten israelischen Touristen, unter denen auch mehrere Palästina-stämmige waren, gestorben wären. Die Parteiführung distanzierte sich von dem menschenverachtenden Tweet und ließ die israelische Seite wissen, dass man ein Parteiausschlussverfahren gegen Aktaş, Mitarbeiterin in einem kommunalen Büro der AKP in Istanbul, anstrengen werde. Der Twitteraccount ist mittlerweile nicht mehr erreichbar.

Es ist nicht der erste Tweet, der in Zusammenhang mit einem Anschlag in der Türkei für Aufregung sorgt. Nach dem Anschlag in Ankara vor acht Tagen hatte eine AKP-Sympathisantin auf dem Kurznachrichtendienst geschrieben: „Die Hälfte der Getöteten waren CHP-Anhänger. Die andere Hälfte gehörte der Parallelstruktur an. Also: Wo ist das Problem!!!“