Es ist die geeignetste Zeit, um nach Istanbul zu fahren, denn es ist Ferienzeit. Die meisten Touristen besuchen die üblichen Orte, an die jeder geht. Sie machen die üblichen Touren, die angeboten werden, bei denen sie die gleichen Orte und Sehenswürdigkeiten betrachten können. In einem fremden Land sollte man aber mehr zu sehen bekommen, vor allem in Istanbul, einem Ort, voller Geschichte und Kultur… Wenn man durch eine fremde Stadt geht, so sollte man dies mit Neugier tun, damit man auch unentdeckte Schätze finden kann.

„Meine Kinder sind die Protagonisten meines Buches”

Die Kinder, welche die zukünftigen Einwohner dieser Städte sein werden, kennen ihre Stadt viel zu wenig. Schuld daran sind selbstverständlich die Eltern, die ihre Kinder eher mit Videospielen beschäftigen, anstatt selbst etwas mit ihnen zu unternehmen. Um diese Lücke zu füllen, schrieb die Archäologin und Kolumnistin Avunç das Kinderbuch „İkiz Gezginler İstanbul’da” (Zwillinge reisen durch İstanbul) und versucht damit den Kindern die Geschichte Istanbuls zu erzählen. Dies ist das erste Buch seiner Art in der Türkei. Es wurde 2002 veröffentlicht und hat seit dem 18 Ausgaben.

Avunç ist Mutter von Zwillingen. Ihr Interesse für Geschichte und Mythologie während ihrer Studienzeit spiegelt sich in diesem Buch wieder. Ihre Neugierde und Vorliebe für diese Themen wollte sie an Kinder weitergeben. Daher entschied sie sich ihre eigenen Kinder als Protagonisten dieses Buches darzustellen. Peri und Ege sind Zwillinge.

In der Geschichte, die auf einem Schiff in Istanbul beginnt, verschmelzt Avunç Realität mit Mythologie. Sie nimmt die Leser mit auf eine historische Reise vom Bosporus ins „Land des Blinden” und von dem mysteriösen Tempel der Hagia Sophia zum Hippodrom, wo Gladiatoren gegeneinander gekämpft haben. Das Buch ist ebenso reizvoll für Eltern, wie es für Kinder ist.

Vier Farben von Istanbul in 900 Metern

Unsere Tour beginnt in Sarayburnu, wo wir den Blick auf den Bosporus genießen. Auf der anderen Seite des Bosporus liegt Chalcedon, „das Land des Blinden”. Heute wird es Kadıköy genannt. Warum wurde es aber so benannt? Avunç erklärt: „Im siebten Jahrhundert v. Chr. kamen die Griechen nach Sarayburnu und sahen das Fischerdorf auf der anderen Seite. Sie gaben diesem Ort diesen Namen, da sie glaubten, dass nur Blinde sich dazu entscheiden würden, in diesem Fischersdorf auf der anderen Seite zu leben, anstatt in Sarayburnus großräumige und grüne Berge. Fatih Sultan Mehmet ließ den Topkapı Palace hier errichten.

Hagia Sophia: Das Land der Geheimnisse

Es ist schön sich die Hagia Sophia anzuschauen, obwohl man dafür sehr lange Schlange stehen muss. Die Minarette und die Stützpfeiler, die von Mimar Sinan gebaut worden sind, betonen die Pracht dieses Gebildes. Im Buch laufen wir zu der Wunschsäule und treffen auf Engel, die uns alle überraschen. Während einiger Stellen der Geschichte dominiert das starke Gefühl zurück in die eigene Kindheit zu kehren.

Draußen schauen wir zur Sultanahmet Moschee mit Begeisterung. Sie wurde von Sedefkar Mehmet Ağa gebaut und ist mit ihren sechs Minaretten die einzige Moschee ihrer Zeit. Durch ihre Schönheit wird man wieder in die Zeit versetzt, in der sie gebaut wurde…