Großprojekte sollen dafür verantwortlich sein, dass Schwarzwild aus Wäldern im Norden İstanbuls seinen Weg über den Bosporus in die Innenstadtbezirke sucht. (dha)

In letzter Zeit wollen Umweltschützer eine Zunahme von Schwarzwild in urbanen Nachbarschaften İstanbuls bemerkt haben. Die Wildschweine sollen aus den Waldgebieten im Norden der Metropole kommen und über den Bosporus schwimmen. Der Grund dafür ist nach Ansicht der Umweltschützer, dass mehrere Großprojekte in İstanbul den Lebensraum der Tiere zerstört.

Der Minister für Forst- und Wasserwirtschaft, Veysel Eroğlu, verneint einen Zusammenhang mit dem Bau eines dritten Flughafens im Norden der Stadt. „Es war eben ein Schwein und das machte eben, was ein Schwein tut“, äußerte sich der Minister anlässlich des Auftauchens eines Wildebers am Tophane-Kai im Bezirk Sarıyer nahe Taksim, der sein natürliches Reservat im teilweise abgeholzten Wald auf dem künftigen Flughafengelände verlassen hatte.

Eroğlu macht einen Mangel an Nahrung im ursprünglichen Revier dafür verantwortlich, dass sich vermehrt Schwarzwild in den urbanen Teilen İstanbuls zeigt. „Wir lassen Nahrung dort, wo sie leben, um zu verhindern, dass sie in die urbanen Gebiete kommen“, so der Minister.

Bereits im letzten Jahr war schwimmendes Schwarzwild im Marmarameer und entlang des Bosporus aufgetaucht und von Fischern fotografiert worden. Man ging davon aus, dass die Tiere infolge der Bebauung in der Nähe ihres angestammten Reservats von der europäischen Seite der Stadt auf die asiatische wechseln würden.

Ein Wildeber tauchte jüngst am Tophane-Kai im Bezirk Sarıyer nahe Taksim auf, da sein natürliches Reservat im teilweise abgeholzten Wald auf dem künftigen Flughafengelände zerstört wurde. (dha)

Insgesamt haben aktuell drei Großprojekte Auswirkungen auf die bewaldeten Gebiete im Umfeld İstanbuls, darunter die dritte Bosporusbrücke, die Ökologen zufolge das Ende der Wälder im Norden der Stadt bedeuten würde. Die Regierung hatte jedoch nicht das Gespräch mit den Umweltschützern gesucht, da sie diese verdächtigte, die Entwicklung des Landes aufhalten zu wollen.