Die neu eröffnete Yavuz Sultan Selim-Brücke in Istanbul scheint zunächst mehr eine Besucherattraktion zu sein als ein Infrastruktur-Projekt. Wie die Hürriyet berichtet, gab es am Wochenende viele Staus. Verursacher waren offenbar vor allem Autofahrer, die die Gunst die Stunde nutzen wollten und sich auf der Brücke ablichteten. Viele hätten einfach mitten auf der in beiden Richtungen vierspurigen Fahrbahn angehalten und Selfies gemacht. Das habe sogar zu Handgreiflichkeiten geführt.

Andere hätten sogar ihre Autos auf dem Standstreifen abgestellt, um Halay, einen traditionellen anatolischen Tanz, zu tanzen.

Die in Rekordzeit fertiggestellte Brücke wurde am Freitag eröffnet. Sie soll das Verkehrschaos in der Millionenmetropole lindern. Verkehrsexperten argumentieren, dass die Brücke viel zu sehr im Norden stehe und nicht wirklich eine Hilfe sei. Die AKP argumentiert, dass man vorausschauend gedacht habe, da sich die Stadt in den kommenden Jahren vermutlich nach Norden hin ausdehnen werde.

Bis einschließlich Mittwoch ist die Überfahrt kostenlos, danach müssen die Autofahrer eine Gebühr entrichten.