Eines der sechs Minarette an der weltberühmten Sultanahmet-Moschee (Blaue Moschee) in Istanbul ist ins Wanken geraten und muss restauriert werden. Wie „Hürriyet“ am Freitag meldete, wurde die Spitze des 64 Meter hohen Turms vorsorglich entfernt. Dem Bericht zufolge hatten sich zuletzt einige Steine gelöst und waren herabgestürzt. In einer auf ein Jahr veranschlagten Restaurierung soll das Minarett wieder in den alten Zustand gebracht werden.

Die Moschee steht gegenüber der früheren byzantinischen Reichskirche und osmanischen Moschee Hagia Sophia in der Istanbuler Altstadt und gehört zu den größten Touristenmagneten der türkischen Metropole.

Die Sultanahmet-Moschee im gleichnamigen Istanbuler Stadtteil, wie ihr ursprünglicher Name lautet, wurde zwischen 1609 und 1616 im Auftrag von Sultan Ahmet I. errichtet und gilt mit ihren sechs Minaretten als eines der Wahrzeichen Istanbuls. Vor allem freitags zu den Gebetszeiten ist die Moschee nicht selten bis auf den letzten Platz gefüllt.

Den Auftrag zur Gestaltung erhielt einst der Architekt Mehmet Ağa, ein Schüler des berühmten Mimar Sinan. Ihren Namen als „Blaue Moschee“ hat die Sultanahmet-Moschee auf Grund ihrer überwiegend blauen Innendekoration aus Iznik-Fayencen erhalten. Die Moschee weist mehr als 250 Fenster auf, durch die Licht eindringt.

Blaue Moschee sollte ursprünglich nur vier Minarette haben

Dass die Moschee sechs statt wie sonst üblich vier Minarette aufweist, soll der Legende nach der Tatsache geschuldet sein, dass der Architekt nicht die erforderlichen Finanzmittel vorfand, um – wie ursprünglich geplant – vier goldene Minarette zu errichten. Er soll daraufhin stattdessen sechs Minarette aus Stein errichtet haben und berief sich nach der Rückkehr des Sultans auf eine Verwechslung, da die Worte für „Gold“ („altın“) und „Sechs“ („altı“) einander ähnelten.

Der Sultan ließ diese Ausrede gelten und in weiterer Folge wurde sie zu einem wichtigen Zentrum für religiöse Veranstaltungen. Auch die jährliche Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten des Islam nach Mekka und Medina nahm ihren Anfang von der Sultanahmet-Moschee aus.

Ende November vergangenen Jahres hatte Papst Franziskus im Rahmen seiner Türkei-Visite die Moschee und die Hagia Sophia besucht. (KNA/dtj)