Die Stadtverwaltung von Istanbul kündigt an, syrischen Flüchtlingen das Betteln auf den Straßen der Stadt zu untersagen und ihre Bewegungsfreiheit auf Flüchtlingslager wie jene entlang der Grenze einzuschränken.

Nachdem die Türkei bereits mehr als eine Million Flüchtlinge aus dem bürgerkriegsgeplagten Nachbarland aufgenommen hat, wurden zuletzt in einigen Teilen der Bevölkerung vereinzelt fremdenfeindliche Tendenzen bemerkbar. Die Stadtverwaltungen versuchen, dieser Tendenz durch restriktive Maßnahmen beizukommen, die sich vor allem gegen Bettelei und Schwarzarbeit richten sollen.

In Istanbul werden regelmäßig Passanten durch syrische Flüchtlinge, meist Frauen und Kinder, angesprochen, die teils auch in den Autoverkehr eingreifen, mit entgegengestreckten Pässen Fahrzeugen nähern und an die Scheiben klopfen.

Offiziell ist das Betteln in Istanbul jetzt bereits verboten, die Durchsetzung dieser Bestimmung wird jedoch erst jetzt zum Thema. „Wir haben sie laufend gewarnt, nicht zu betteln“, betonte Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu. „Hören sie nicht damit auf, werden wir administrativ durchgreifen und sie in ein Camp schicken.“

Die Politik der offenen Grenzen gegenüber syrischen Flüchtlingen scheint die Türkei immer mehr vor logistische Probleme zu stellen. 2011 war sie auf Grund der augenscheinlichen Überzeugung des Premierministers Recep Tayyip Erdoğan ins Leben gerufen worden, der syrische Präsident Assad würde sich nicht mehr lange im Amt halten können.

Da entsprechend von einer schnellen Rückkehr ausgegangen wurde, traf man nur wenige Maßnahmen zur Integration der Flüchtlinge.