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Menschenrechte

Istanbul: Uiguren fordern Informationen über vermisste Verwandte

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In Istanbul haben rund 200 Uiguren protestiert und die chinesische Führung dazu aufgefordert, ihnen Informationen über mutmaßlich vermisste Familienmitglieder bereitzustellen.

Unweit des chinesischen Konsulats hielten die Demonstranten Fotos ihrer Verwandten in die Höhe und forderten in Sprechchören „China, stoppe den Genozid“, wie ein dpa-Reporter am Freitag berichtete. Sie vermuten, dass die Menschen von chinesischen Behörden festgehalten werden.

Peking steht international in der Kritik für den Umgang mit der muslimischen Minderheit im Land. Nach Schätzungen von Menschenrechtlern sind Hunderttausende Uiguren in Umerziehungslager gesteckt worden, die Peking als „Fortbildungseinrichtungen“ beschreibt. Schätzungsweise zehn Millionen Uiguren leben in China, die meisten in Xinjiang in Nordwestchina. Das muslimische Turkvolk fühlt sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt.

Proteste dauern seit Wochen an

In der Türkei leben schätzungsweise 50 000 Uiguren, viele sind vor Verfolgung in China geflohen. Ihren Protest vor dem Konsulat begannen sie Mitte Dezember 2020. China hatte ein ursprünglich im Jahr 2017 geschlossenes Abschiebeabkommen zwischen den beiden Ländern im Dezember verabschiedet, das türkische Parlament muss dem noch zustimmen.

„Wir fordern China dazu auf, unsere Verwandten in Xinjiang und anderen Regionen, von den wir teilweise seit fünf Jahren nichts gehört haben, freizulassen“, sagte Burhan Uluyol, ein uigurischer Akademiker. Er warf China vor, die „Welt zu belügen“. Buzura Paltahaci, eine weitere Protestierende, etwa sagte, sie habe von ihrem Ehemann seit seiner Verhaftung an einem chinesischen Flughafen 2017 nichts gehört. „Ich fürchte um sein Leben.“

Am Montag hatte die chinesische Botschaft in Ankara die Vorwürfe der Uiguren als „Lügen und Verleumdung“ zurückgewiesen.

dpa/dtj

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