Nach Ablauf einer fünftägigen Feuerpause im Jemen hat eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition am Montag wieder Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen bombardiert. Die Waffenruhe, die am späten Sonntagabend endete, wurde trotz der Appelle des UN-Sondergesandten Ismail Ould Cheikh Ahmed nicht verlängert.

Die Feuerpause hatte sich über weite Strecken als brüchig erwiesen, weil die Huthis ihre Bodenoperationen in den Städten Aden und Tais immer wieder vorantrieben. Die Luftangriffe waren während dieser Zeit gestoppt.

Im Jemen kämpfen die Huthis gegen Anhänger des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Die saudische Koalition bombardiert seit Ende März die Huthis und ihre Verbündeten.

Ziele der neuen Luftangriffe waren am Montag vor allem die Aufständischen-Hochburg Saada im Norden des Landes sowie Huthi-Positionen in der umkämpften südlichen Hafenstadt Aden, berichteten örtliche Journalisten und Augenzeugen. Auch auf die Hauptstadt Sanaa fielen wieder Bomben.

Die internationalen Hilfsorganisationen nutzten die Waffenruhe, um Güter für die unter Krieg und Bombardierungen leidende Bevölkerung auf den Weg zu bringen. Nach Angaben der UN wurden in den ersten vier Tagen Lebensmittel für 273 000 Menschen ins Land gebracht.

Die Helfer hatten in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass eine fünftägige Feuerpause nicht ausreichen werde. Von 25 Millionen Jemeniten sind 16 Millionen auf Hilfe bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser angewiesen. Das Gesundheitswesen stehe vor dem Zusammenbruch, warnten die UN.

In Riad begann am Sonntag eine dreitägige Konferenz über die Zukunft des Jemens. Nach saudischen Angaben nehmen daran 400 Vertreter jemenitischer Parteien und Stämme teil. Die Huthis und ihre Verbündeten sind aber nicht darunter. (dtj/dpa)