Am Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt ist es am Dienstagmorgen erneut zu Ausschreitungen gekommen. Laut Polizeiangaben warfen maskierte Männer Steine vom Mughrabi-Tor, dem einzigen Zugang für Nichtmuslime zum Tempelberg; eine Frau wurde leicht verletzt. Der Zugang zum Heiligtum wurde vorübergehend für nichtmuslimische Besucher geschlossen.

Die Polizei begründete die Schließung laut israelischen Medienberichten mit der angespannten Sicherheitslage. Der Tempelberg sei nach den Zusammenstößen der vergangenen Tage nicht sicher. Die Sicherheitsmaßnahme gelte zunächst bis einschließlich Donnerstag. Freitags und samstags ist der Besuch der Heiligen Stätte grundsätzlich muslimischen Besuchern vorbehalten.

Am Sonntag und Montag war es nach monatelanger Ruhe wieder zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern, nichtmuslimischen Besuchern
und Sicherheitskräften gekommen. Ein Polizist erlitt leichte Verletzungen; insgesamt zehn Palästinenser wurden laut Polizeiangaben festgenommen.

Der Tempelberg ist für Muslime und Juden eine wichtige heilige Stätte. An diesem Ort befand sich der zentrale jüdische Tempel bis zu seiner Zerstörung durch die Römer im Jahr 70. Mittlerweile erheben sich dort die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom; sie werden von Muslimen als die drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina verehrt. Besucher jüdischer Nationalisten sowie die Frage der Zugangs- und Gebetsrechte hatten in der Vergangenheit wiederholt zu gewalttätigen Zusammenstößen geführt. (kna/ dtj)