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In der osttürkischen Stadt Erzurum hat die Stadtverwaltung vorsorglich 1800 Gräber ausheben lassen. Jetzt fehlen quasi nur noch die Toten.

Was sich wie ein schlechter Scherz anhört, hat einen ernsten und logischen Hintergrund. Die Stadt Erzurum ist bekannt für ihre strengen Winter. Die Temperaturen können bis auf -34 Grad fallen. Da frieren nicht nur die Menschen, sondern auch der Boden.

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Da jedoch Menschen zu jeder Jahreszeit sterben, gab es in der Stadt im Winter bisher Schwierigkeiten, Gräber auszuheben, weil der Boden festgefroren ist. So hat die Stadtverwaltung nun vorsorglich mit Baggern Gräber ausheben lassen. Städtische Arbeiter erledigen den Rest mit ihren Schaufeln.

Lieber im Sommer zehn Gräber als im Winter eines ausheben

Mehmet Şahin von der Stadtverwaltung Erzurum erklärt die Maßnahme in Zaman so: „Im Winter ist der Boden so hart wie Stein. Wir konnten Gräber lediglich mit Hilfe von Kompressoren ausheben, und dafür brauchten wir über fünf Stunden.“

Şahin weiter: „Um solchen Schwierigkeiten vorzubeugen, haben wir jetzt neue Gräber ausheben lassen. Bisher haben wir 1800 Gräber fertiggestellt. Wir haben jetzt keine Angst mehr vor dem Winter. Dieser Vorrat reicht uns locker für zwei Jahre.“

Einer der Arbeiter erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Doğan (DHA): „Ich hebe lieber zehn Gräber im Sommer aus als eines im Winter. Im Winter ist der Boden dermaßen gefroren, dass er fest wie Beton ist.“

Jetzt können die Erzurumer wohl ohne schlechtes Gewissen ihre letzte Reise antreten – in dem Wissen, dass sie Zurückgebliebenen keine schwierigen Aufgaben aufbürden.

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