Die Türkei hat nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets am Dienstag den Funkspruch der türkischen Luftwaffe veröffentlicht.

Der Generalstab hatte zuvor bekannt gegeben, dass der Pilot innerhalb von fünf Minuten zehnmal gewarnt worden sei, ohne dass eine Reaktion erfolgte. „Hier meldet sich die Türkische Luftwaffe“, ist zu hören. „Sie nähern sich sich dem türkischen Luftraum, ändern Sie ihre Flugroute umgehend Richtung Süden“. Diese Warnung sei alle 30 Sekunden wiederholt worden.

Pentagonsprecher Steve Warren bestätigte dies. Amerikanische Piloten hätten „alles gehört“, was vor dem Abschuss zwischen dem Jet und der Türkischen Luftwaffe kommuniziert worden sei.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu verteidigte den Abschuss der Maschine, auch wenn sich diese offenbar nur wenige Sekunde im türkischen Luftraum befand. „Wenn es um die Sicherheit unserer Grenzen geht, wenn es um das Leben und die Ehre unserer Bürger geht, werden wir die notwendige Opferbereitschaft zeigen, die notwendigen Maßnahmen treffen. Das soll die ganze Welt wissen“, so Davutoğlu.

Nato solidarisch mit der Türkei: „Ruhe bewahren“

Ein früherer Bundeswehr-Jagdflieger hält den Abschuss für durchaus folgerichtig – besonders wenn die russischen Piloten tatsächlich zehn Warnungen ignoriert haben sollten: „Wenn ich dann nicht schieße, mache ich mich lächerlich“, wird er von „Spiegel online“ zitiert.

Moskau wies eine Luftraumverletzung zurück und reagierte erzürnt, Präsident Wladimir Putin erhob schwere Vorwürfe gegen Ankara, das seinerseits Rückendeckung von der Nato erhielt. „Wir sind solidarisch mit der Türkei und unterstützen die territoriale Unversehrtheit unseres türkischen Nato-Verbündeten“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem von der Türkei beantragten Sondertreffen. Er rief alle Parteien dazu auf, Ruhe zu bewahren und zu einer Deeskalation beizutragen.