Nach den Berichten der in Wien erscheinenden Tageszeitung „Der Standard“ über ein angebliches „Ideenplagiat“ seinerseits hat der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) in Münster von einer „Verleumdung“ gesprochen, gegen die er sich „möglicherweise auch juristisch zur Wehr setzen“ werde. Dies berichtet die „Münstersche Zeitung“.

Uni-Sprecher Norbert Robers ließ im Auftrag Khorchides verlauten, die Plagiats-Anschuldigungen seien „vollkommen aus der Luft gegriffen“. Khorchide kenne die Werke Muhammad Shahrurs noch habe er dessen Bücher nie gelesen oder sich damit beschäftigt.

Khorchides Freiburger Kollege Dr. Abdel-Hakim Ourghi hatte behauptet, Khorchide habe seine theologischen Thesen bei einem anderen islamischen Intellektuellen abgeschrieben. Khorchide habe für seine – innerhalb der muslimischen Community höchst umstrittene – „Theologie der Barmherzigkeit“ Ideen des aus Syrien stammenden Islamreformers Muhammad Shahrur kopiert und sie als seine eigenen ausgegeben.

Shahrur gilt wie Khorchide als Vertreter eines modernistischen Islam-Verständnisses und vertritt eine Form von „Koranismus“. Er sieht dabei den Koran als wichtigste Quelle und zweifelt an der Authentizität der Prophetenüberlieferungen („Hadithe”). Sharur und seine Schriften sind im deutschsprachigen Raum nur in Fachkreisen bekannt.