Nach Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan kommt nun auch der türkische Oppositionsführer für eine Wahlkampfrede nach Deutschland. Heute um 14.00 Uhr will der Chef der größten Oppositionspartei Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei, CHP), Kemal Kılıçdaroğlu, in Essen in der Grugahalle auftreten. Vor der türkischen Präsidentschaftswahl am 10. August wolle er den in Deutschland lebenden Türken die Vorstellungen seiner Partei erläutern, teilte eine CHP-Sprecherin am Dienstag in Essen mit.

Cem Şentürk vom Zentrum für Türkeistudien in Essen sagte, Kılıçdaroğlu selbst wolle bei der Präsidentschaftswahl nicht antreten. Seine CHP wolle sich mit der zweitgrößten Oppositionspartei Milliyetçi Hareket Partisi (Partei der Nationalen Bewegung, MHP) auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. „Es kann zu einem knappen Ergebnis kommen“, sagte Sentürk. „Und dabei werden die Stimmen aus Europa sehr entscheidend sein.“ In Deutschland leben knapp 1,5 Millionen wahlberechtigte Türken.

Ministerpräsident Erdoğan erwägt selber bei den Präsidentschaftswahlen anzutreten. Nach den Umfragen wäre er der aussichtsreichste Kandidat für das Amt. Es ist das erste Mal, dass der Präsident direkt vom Volk gewählt wird. Erstmals dürfen bei einer türkischen Wahl auch Türken im Ausland teilnehmen.

Nach seinem Auftritt in Deutschland will der türkische Oppositionsführer mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen in der Türkei auch nach Frankreich und Holland reisen und dort vor Anhängern sprechen. (dtj/dpa)