Kilicdaroglu am Mikrofon
Kilicdaroglu Jahrhundertprojekt

Der Vorsitzender der oppositionellen Cumhuriyet Halk Partisi (CHP, Republikanische Volkspartei) Kemal Kılıçdaroğlu hat in İstanbul das sogenannte Jahrhundertprojekt (Yüzyılın Projesi) seiner Partei vorgestellt. Das Projekt der CHP sieht im Falle eines Wahlsiegs der Partei in einem Zeitraum von zwanzig Jahren eine Investition von über 200 Milliarden Dollar und Arbeit für 2,2 Millionen Menschen vor. Sie fußt auf vier Säulen: 1. eine entwickelte Demokratie (Demokratie erster Klasse), 2. eine auf Wettbewerb beruhende Wirtschaft, 3. ein starker Sozialstaat sowie 4. der Ausbau der Türkei als Handelsknotenpunkt in der Region.

Neue Stadt in Anatolien

Vor allem der letzte Punkt mit dem Namen Merkez Türkiye Projesi (Zentrales Türkeiprojekt) verspricht große Bautätigkeit. Es soll unter anderem eine neue Stadt für drei Millionen Einwohner mitten in Anatolien (Megakent) aufgebaut werden. Die Finanzierung soll aus diversen Fonds erfolgen und Anatolien sowohl verkehrstechnisch als auch wirtschaftlich und kulturell mit den umliegenden Regionen verbinden. Kılıçdaroğlu betont, die zentrale Lage der Türkei soll genutzt werden. Von der Türkei aus könne man innerhalb eines Flugs von bis zu viereinhalb Stunden 58 Länder mit einer Bevölkerung von 1,5 Milliarden Bevölkerung erreichen.

Türkei wird 2035 ein altes Land

Die CHP möchte auch die Arbeitslosigkeit unter 5 Prozent senken und den ökonomischen Wachstum auf über 6 Prozent heben. Das Einkommen pro Einwohner soll auf über 30.000 Dollar steigen. Die CHP strebt weiterhin an, die Türkei auf der Skala der menschlichen Entwicklung unter die ersten 20 Länder der Welt zu bringen. 15.000 Universitäts-Absolventen sollen zur Promotion ins Ausland geschickt werden. Die CHP möchte die Umwandlung der Türkei in einen modernen Staat bis 2035 schaffen. Die Festlegung auf das Jahr begründet Kılıçdaroğlu mit dem demographischen Wandel: “Die Türkei gilt zur Zeit als ein junges Land aber im Jahre 2035 wird die Türkei zu den Ländern mit älterer Bevölkerung gehören. Viel Zeit bleibt nicht.”