Israel: Streit um Verlegung der Hauptstadt nach Jerusalem

Kılıçdaroğlu: Wir sind für Palästinenserstaat

Der Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu (CHP) äußerte sich am Dienstag zu der geplanten Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA. „Wir wollen, dass Israel Palästina anerkennt“, sagte Kılıçdaroğlu bei einer Veranstaltung der „Frauen in der CHP“ in Ankara. „Wir wollen, dass Israel und Palästina zusammenkommen und einen Staat gründen. (…) Wir unterstützen unsere Schwestern und Brüder in Palästina“, so Kılıçdaroğlu weiter. Bei einer falschen Entscheidung könne es im Nahen Ostan zu Blut- und Tränenvergießen kommen. „Wir schicken Grüße nach Palästina. Jerusalem ist der entscheidende Stein des Nahen Ostens.“

Erdogan will Sondergipfel mit Islamischen Staaten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will einen Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) einberufen. Das außerordentliche Spitzentreffen sei für Mittwoch kommender Woche in Istanbul geplant, sagte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin am Mittwoch in Ankara. Ziel sei es, im Streit um die geplante Anerkennung Jerusalems durch die USA «ein gemeinsames Handeln und Koordination zwischen den islamischen Ländern zu gewährleisten». Die Türkei hat derzeit die OIC-Präsidentschaft inne.

Kalin warnte US-Präsident Donald Trump vor einem «schweren Fehler, der den ohnehin brüchigen Friedensprozess im Nahen Osten zerstören würde». Eine solcher Schritt würde «neue Feindschaften und neue Spannungen» in den Beziehungen zwischen der islamischen und der westlichen Welt verursachen. Erdogan hatte bereits am Dienstag einen OIC-Sondergipfel für den Fall angekündigt, dass die USA tatsächlich Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen sollten.

Der türkische Staatspräsident hatte gesagt: «Auf diesem Gipfel werden wir die gesamte islamische Welt in Bewegung setzen.» Erdogan hatte zudem mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel gedroht und an die Adresse des US-Präsidenten gesagt: «Herr Trump, Jerusalem ist die rote Linie der Muslime.»

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dpa/dtj