Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan geht davon aus, dass die Grenzstadt Kobani in Kürze von der Terrormiliz IS eingenommen wird. „Ich richte mein Wort an den Westen, mit Luftangriffen lösen sich diese Probleme nicht in Luft auf. Der IS wird in Syrien immer stärker. Es dauert nicht mehr lange, bis Kobani fällt“, sagte Erdoğan in einem Flüchtlingslager in Gaziantep.

Auch verwies er nochmals auf die Forderung der Türkei, dass im türkisch-syrischen Grenzgebiet eine Puffer- und eine Flugverbotszone unausweichlich seien.

Die Türkei habe nicht die Absicht, andere Länder zu besetzen oder anzugreifen. Jedoch werde man bei Gefahren und Angriffen von außen gewappnet sein. Dies betreffe auch das Mausoleum von Süleyman Şah. Die Fläche, auf dem das Grabmal steht, ist eine türkische Enklave innerhalb Syriens. „Daran soll niemand zweifeln“, so Erdoğan.

In Bezug auf die Flüchtlinge erklärte der türkische Präsident, dass die Türkei „zufrieden und zurecht stolz“ sei, sie beherbergen zu dürfen: „Wer auch immer das behaupten mag, ihr seid niemals eine Last für uns“.

Erdoğan kritisierte in diesem Zusammenhang die Untätigkeit des „Westens“ und der UN. Sie hätten die Türkei mit den Flüchtlingen alleine gelassen. Ankara habe im Inneren vier, im Ausland eine halbe Milliarde Dollar ausgegeben. Die Hilfsgelder anderer Staaten an die Türkei betrügen „nicht einmal 200 Millionen Dollar“.

Offiziellen Angaben zufolge befinden sich in der Türkei aktuell zwischen 1,5 und 2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak. In den vergangenen Wochen nahm diese Zahl wegen der Kämpfe um Kobani dramatisch zu.