Kobani fällt und die Welt schaut zu. Demonstrationen überall auf der Welt scheinen nichts gebracht zu haben. Der türkische Staatspräsident Erdoğan richtet sich an den Westen und der Westen fordert die Türkei auf, zu handeln. Die Luftangriffe der USA, arabischer Verbündeter und die massive Gegenwehr kurdischer Kämpfer hält die IS-Milizen nicht auf.

Seit einem Jahr versucht die Terrororganisation Islamischer Staat, die Stadt einzunehmen. Im September gelang es ihnen schließlich mit einer Großoffensive in die Stadt einzudringen. Seitdem haben sie über 300 Dörfer eingenommen und über 100 000 Menschen flohen in die Türkei. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit bis Kobani fällt.

Mehrere Politiker sagten, sie hätten Kobani „aufgegeben“. Wie kann man etwas aufgeben, für das man sich nicht wirklich eingesetzt hat? Die Medien begleiten das Geschehen von Anbeginn. Kobani ist zum Symbol des Widerstands gegen den IS geworden.

„The Independent“ fordert die Türkei auf, einzugreifen. „Der IS ist ein eingeschworener Feind des Assad-Regimes in Damaskus, dessen Sturz die Türkei möchte. Und der Fall der (kurdischen) Stadt Kobane in die Hände des IS wäre ein schwerer Schlag für die Kurden […] (Der türkische Präsident) Erdogan muss außerdem die Gefahr von IS-Angriffen innerhalb der Türkei einkalkulieren. Mit Bodentruppen aus der Region könnte der IS wirkungsvoll bekämpft werden. Die Türkei sollte sich endlich entschließen zu handeln.“

„Al-Jazeera English titelt: „Türkei nur da, um in Kobani zuzuschauen – Kurdische Bürger kämpfen gegen den IS und der türkischen Regierung gelang es nicht, materielle Hilfe anzubieten.“

„The New York Times schreibt: „Während die türkischen Truppen die Kämpfe in Kobani hinter einem Maschendrahtzaun beobachten, sagte der türkische Staatspräsident Erdogan, dass die Stadt kurz davor sei zu fallen. […] Die amerikanische Regierung ist verärgert über die Ausreden der Türkei, die nicht stärker eingreift.“

Der „Tagesspiegel“ kommentiert das Geschehen wie folgt: „In Kobane stoßen zwei Welten aufeinander – Westen und IS-Terror. Der Verlierer wird’s schwer haben.“

Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet: „Der Westen hat keinen Plan. Die Tragödie von Kobane wird zum Symbol unseres Versagens.“

„Spiegel Online“ nennt es die „Schande von Kobane“: „Meter für Meter rücken die IS-Kämpfer in Kobane vor. Die Welt schaut zu – doch es geschieht nichts. Den Mächtigen in Washington, Brüssel und Ankara fehlen Mittel und Willen, um das Drama zu stoppen.“

Warnen und die Folgen voraussagen, das können wir alle, aber warum handelt niemand? Heute ist es Kobani, was kommt morgen…?