Symbolfoto: Ein Zollbeamter präsentiert Kokain aus einem großen Kokainfund, der im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wird. Foto: Christian Charisius/dpa

Er war vor zwölf Jahren an einem Kokainschmuggel von Argentinien nach Berlin beteiligt. Jetzt kam er aus der Türkei zurück nach Deutschland und stellte sich.

Das Landgericht der Hauptstadt sprach den Angeklagten am Montag der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln sowie des Handels mit Drogen in zehn Fällen schuldig. Der Angeklagte hatte zuvor gestanden. Seine Komplizen waren bereits vor elf Jahren in Berlin zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Das Rauschgift sei in Portionen von jeweils etwa 200 Gramm mit der Post als Expressbriefe versandt worden, hieß es im Urteil. Der Angeklagte habe in der Zeit von Juni bis Ende August 2009 von der Türkei aus Kontakte zu Lieferanten in Argentinien unterhalten und die notwendigen Daten zu den illegalen Sendungen an Komplizen in Berlin vermittelt. Diese hätten die Briefe entgegengenommen und die Drogen gewinnbringend weiterverkauft.

Jahrelang in der Türkei gewesen

Der 53-Jährige hatte sich nach jahrelangem Aufenthalt in der Türkei im Mai 2021 bei seiner Einreise nach Deutschland gestellt. Er wurde von Untersuchungshaft verschont. Vor Gericht erklärte der Mann, er sei wegen Schulden in Höhe von 5500 Euro in den Schmuggel geraten. Mittäter hätten von ihm gefordert, Bestellungen aufzunehmen und E-Mails zu verschicken. Im Gegenzug seien ihm die Schulden erlassen worden. An der weiteren Organisation der Drogengeschäfte sowie an Gewinnen sei er nicht beteiligt gewesen. Der Mann wurde zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Die Staatsanwältin hatte drei Jahre und zehn Monaten Haft verlangt. Der Verteidiger plädierte auf einen Schuldspruch wegen Beihilfe und forderte eine Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa/dtj