Das Thema Koruption spielt auch nach den Kommunalwahlen in der Türkei eine große Rolle – gerade auch auf lokaler Ebene. Nachdem auf dem Abfallwirtschaftshof Boğaçayı der Stadt Antalya verbrannte Dokumente entdeckt wurden, hat die Polizei zum Vorfall eine Untersuchung aufgenommen. Bei den verbrannten Dokumenten handelt es sich nach Angaben um solche, die der Stadt Antalya gehören.

Der neu gewählte Oberbürgermeister Menderes Türel (zweiter von rechts) von der AKP hat nach der gemeinsamen Erstürmung des Hofes mit Parteifreunden der Presse gegenüber erklärt: „Diejenigen, die mit Intrigen, ihrem schmutzigen Spiel, ihrer dreckigen Politik die Tatsachen vertuschen wollen, können sich nicht von dem Gesetz verstecken.“

Türel: Der Noch-Amtsträger verzögert den Amtswechsel

Menderes Türel hat mit dem AKP-Vorsitzenden der Provinz Antalya, Mustafa Kösel, und einigen Parteianhängern zusammen die verbrannten Dokumente auf dem Hof Boğaçayı inspiziert und den Journalisten mitgeteilt, dass Bebauungsunterlagen und Unterlagen, die die Haushalt der Stadt dokumentieren, mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden müssen.

Türel fügte hinzu: „Wir sehen uns im Moment in den Anlagen der Stadt Antalya um. Aufgrund einer Anzeige kamen die Polizeibeamten und haben den Ort, wo die Dokumente verbrannt wurden, abgesperrt. Ich selber war auch dort. Wir haben das seit gestern schon gesagt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Beschwerden der Cumhuriyet Halk Partei bezüglich der Wahlen in Antalya waren ein Vorwand, um Zeit zu schinden. Wir hatten das auch gestern gesagt, sie wollten Zeit gewinnen, um die Dokumente zu vernichten, die ihre eigene Korruption nachweisen. Jetzt haben wir sie in der Tat erwischt. Ich bedauere diesen Vorgang zutiefst. Ich werde, nachdem ich mein Amt angetreten habe, zuerst Mustafa Akaydın und seine Mithelfer zur Rechenschaft ziehen. Diejenigen, die mit der Korruption ein Auge auf das Recht der Waisen geworfen haben, werden wir zur Rechenschaft ziehen. Sie werden vor der Justiz bis zum Schluss Rechenschaft ablegen müssen.“

Mustafa Akaydın: Es waren keine amtlichen Dokumente

Der noch in seinem Amt befindliche Bürgermeister von Antalya, Mustafa Akaydın von der CHP, hat die Beschuldigungen zurückgewiesen und erklärt: „Die verbrannten Dokumente auf dem Hof sind keine amtlichen Unterlagen der Stadt Antalya. Es handelt sich um Dokumente, die sich lediglich zwecks Information in meinem Amtszimmer befunden hatten. Ich werde auch gegen die Personen, die unseren Hof gestürmt haben, juristisch vorgehen.“