Koray Günter wechselt von BVB zu Galatasaray Istanbul

Koray Günter absolvierte bereits gestern den obligatorischen Medizincheck beim türkischen Meister, der heute die Neuverpflichtung aus dem Ruhrgebiet bekanntgab. Der Deutschtürke unterschrieb einen Vertrag bis 2018 und soll die Defensive des Champions- League-Achtelfinalisten verstärken. Dafür blätterten die „Löwen“ eine Ablösesumme in Höhe von 2,5 Millionen Euro hin. Borussia Dortmund sicherte sich jedoch das Recht einer Rückkaufoption. Diese gilt für die Saison 2015/2016, in der die Schwarz-Gelben den Innenverteidiger für einen Betrag von sieben Millionen Euro zurück nach Dortmund beordern können. Zur neuen Saison wird der 19-Jährige ein Grundgehalt von 700000 Euro beim türkischen Rekordmeister verdienen, der das Salär des neuen Abwehrmannes jährlich um 100000 Euro erhöhen wird.

Günter spielte seit 2008 für die Borussen. Damals nahm er mit der Westfalenauswahl an einem Turnier teil, als ihn ein Scout von Borussia Dortmund entdeckte und zum achtfachen deutschen Meister lockte. Im Alter von 13 Jahren war er somit der jüngste Spieler aller Zeiten, der in das BVB-Jugendinternat aufgenommen wurde. Als Offensivspieler wechselte er in den Dortmunder Nachwuchs, wurde dort aber zum Innenverteidiger umgeschult und spielte sich vor allem in der U19 in den Vordergrund. Die Profi-Karriere hatte noch gar nicht begonnen, da wurde Günter im November des Jahres 2011 auch schon zum Sportler des Jahres seiner Geburtsstadt Höxter gewählt.

Zwei Bundesliga-Minuten

Im nächsten Sommer gelang ihm der Sprung in den Kader der Dortmund-Reserve, denen zuvor der Aufstieg in die 3. Liga gelang. Hier feierte er auch sein Profi-Debüt. Die Saisonvorbereitung absolvierte er jedoch schon im Team von Jürgen Klopp, der das Eigengewächs aufgrund der damals fehlenden EM-Fahrer in der ersten Mannschaft mitschnuppern ließ. Einige Monate später stand er sogar erstmals beim Bundesliga-Spiel gegen Fortuna Düsseldorf im Kader. Seine ersten offiziellen Bundesliga-Minuten erlebte er in der vergangenen Hinrunde, als er bei der Auswärtsniederlage gegen Borussia Mönchengladbach kurz vor Schluss für Nuri Şahin eingewechselt wurde.

Trotz Personalnot nur Bankdrücker

Trotz der aktuellen Personalnot beim BVB blieb es jedoch für Günter bei den zwei Bundesliga-Minuten. Selbst als Mats Hummels und Neven Subotic – der Serbe laboriert noch an einem Kreuzbandriss – ausfielen, erhielt entweder sein Konkurrent Marian Sarr den Vorzug oder gar erst der im Herbst verpflichtete Manuel Friedrich, der zuvor ohne Arbeitgeber auf dem Markt war. Bei Galatasaray stehen die Chancen des deutschen U20-Nationalspielers auf Einsätze nun deutlich besser. Trainer Roberto Mancini sah im Defensivbereich noch viel Nachholbedarf. Gerade der Deutschtürke war besonders aufgrund seiner technischen und taktischen Qualitäten ein Wunschspieler des italienischen Coachs.

Nationalmannschaftskarriere weiter offen

Sein neuer Schützling begann seine Nationalmannschaftskarriere in der türkischen U16-Auswahl. Nach vier Einsätzen war jedoch Schluss. Günter wechselte die Fronten und entschied sich für die weitere Laufbahn beim DFB und wurde mit der deutschen U17 im Jahr 2011 zunächst Vize-Europameister, anschließend sogar WM-Dritter. Bei der U17-Weltmeisterschaft in Mexiko erzielte er sogar drei Tore. Aktuell gehört er der U20-Nationalmannschaft Deutschlands an. Mit starken Leistungen in der Süper Lig könnte er sich jedoch auch für den türkischen Nationaltrainer Fatih Terim empfehlen. Daher bleibt es wohl zunächst offen, wie die Entscheidung zwischen seinem Geburtsland und dem Herkunftsland seiner Eltern ausfallen wird. Mit dem Wechsel zu Galatasaray könne sich die Türkei zumindest etwas mehr Hoffnungen machen als zuvor.

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