Insgesamt 33 Polizeibeamte wurden am Dienstag im Zuge einer zweiten Welle von Operationen gegen Polizeibeamte verhaftet, die unter anderem beschuldigt werden, an illegalen Abhörmaßnahmen und den Korruptionsermittlungen beteiligt gewesen zu sein, die sich im Dezember des Vorjahres unter anderem gegen das familiäre und geschäftliche Umfeld von Regierungsmitgliedern gerichtet hatten.

Die Maßnahmen fanden zeitgleich um 6.30 türkischer Zeit in den Wohnhäusern der Beschuldigten statt. Sie erstreckten sich über 14 Provinzen, darunter auch Istanbul, schwerpunktmäßig aber vor allem solche im Osten des Landes, wie Ankara, Van, Hakkari, Mardin, Batman, Diyarbakır und Şırnak.

Einer der Festgenommenen musste zuerst einem medizinischen Screening im Krankenhaus unterzogen werden. „Ich habe Tage und Nächte damit verbracht, für meinen Staat zu arbeiten. Das ist nun das Resultat“, äußerte sich der Polizeioffizier auf dem Weg aus dem Hospital.

Bereits am 22. Juli waren in einer groß angelegten Aktion 115 Polizeibeamte festgenommen worden, die in illegale Abhörmaßnahmen verstrickt sein sollen. 31 davon befinden sich nach wie vor in U-Haft.

Kritiker wittern hinter den Anschuldigungen gegenüber den Polizeibeamten einen Racheakt der Regierung infolge der Korruptionsermittlungen, die am 17. Dezember 2013 bekannt geworden waren. Premierminister Erdoğan hatte gegen die dafür Verantwortlichen noch am Abend der Kommunalwahlen vom 30. März eine „Hexenjagd“ angekündigt.