Der iranische Geschäftsmann Reza Zarrab wurde bereits als Schlüsselfigur in der Korruptionsaffäre in der Türkei gehandelt. Nun kommt eine Parlamentskommission im Iran auch auf die Spuren von Zarrab. Er soll 2,7 Milliarden Dollar beiseite geschoben haben.

Das iranische Parlament hat eine Kommission gegründet um einen Veruntreuungs-Skandal im Gesamtvolumen von fast drei Milliarden Dollar zu untersuchen. Kommissionsmitglied Emir Abbas Sultani (Foto) geht davon aus, dass der iranische Geschäftsmann Reza Zarrab in dem Skandal „in jedem Fall“ verwickelt sei.

Zarrab wurde bereits bei den Ermittlungen gegen zahlreiche Politiker und Geschäftsleute am 17. Dezember vergangenen Jahres in der Türkei verhaftet. Er soll auch hier eine Schlüsselrolle in den illegalen Geschäften einiger führender AKP-Politiker mit dem Iran einnehmen. Nach dem 17. Dezember hat die wegen den Korruptionsvorwürfen unter Druck geratene AKP-Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten und jetzigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Polizei und Justiz hart durchgegriffen. Dabei wurden etliche Sicherheitsbeamte, die an den Ermittlungen beteiligt waren, zwangsversetzt. Als Folge diese Entwicklung kam der Iraner Zarrab, der auch einen türkischen Pass besitzt, jedoch wieder frei.

Gegen ihn laufen derzeit keine Ermittlungen mehr, gegen die Polizisten und Justizbeamten die an den Ermittlungen beteiligt waren, hingegen schon.

Teheran hingegen lässt nicht locker und will weiter ermitteln. Die eigentlichen Ermittlungen im Iran laufen aber nicht direkt gegen Zarrab, sondern gegen seinen Geschäftspartner Babak Zanjani. Dieser sitzt seit 10 Monaten in einem iranischen Gefängnis. In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender Bloomberg sagte Kommissionsmitglied Sultani, dass Zarrab seinem Partner geholfen habe, 2,7 Milliarden Dollar außer Landes zu schaffen und das Geld dort zu waschen. Die iranischen Behörden gehen davon aus, dass Zarrab genau weiß, wo die veruntreuten Gelder liegen: „Zarrab steckt nicht nur mit einer Hand in der Sache, sondern mit beiden Händen“, sagte Sultani.

Zanjani soll während der Präsidentschaft von Mahmud Ahmadinedschad im Ölgeschäft tätig gewesen sein und rund 2,7 Milliarden Dollar abgezweigt haben. Er wurde deswegen bereits am 30 Dezember verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.