Kosten könnten Gaza-Bodenoffensive verhindern – Anschlag in Tel Aviv

Tel Aviv/Gaza – Die israelische Wirtschaftszeitung „The Marker“ berichtete am Mittwoch, bei den Erwägungen, ob Israel eine Bodenoffensive im Gazastreifen beginnen sollte, spielten auch finanzielle Erwägungen eine wichtige Rolle. Die Entscheidungsträger in Jerusalem hätten „das Haushalts-Schlamassel, in dem Israel steckt“, deutlich vor Augen, schrieb das Blatt.

Der Preis für die Operation „Säule der Verteidigung“ werde auf zwei Milliarden Schekel aus dem Verteidigungshaushalt und eine weiteren Milliarde an Ausgaben im zivilen Bereich geschätzt. Dazu komme noch der Schaden für Produktion und Handel sowie Tourismus. Die Kosten werde letztlich der israelische Bürger tragen, schrieb „The Marker“. Eine der Möglichkeiten, einen Einsatz dieser Art doch noch zu finanzieren, wäre beispielsweise eine weitere Anhebung der Mehrwertsteuer von 17 auf 18 Prozent.

Die israelische Regierung hat sich bisher nicht auf einen Haushalt für das kommende Jahr einigen können. Dies war auch einer der Hauptgründe für die vorgezogene Wahl am 22. Januar. Im nächsten Budget waren Kürzungen von etwa 15 Milliarden Schekel (etwa drei Milliarden Euro) vorgesehen. Die Finanzierung der Gaza-Operation werde jedenfalls ein Problem für die nächste israelische Regierung sein, schrieb das Blatt.

Unterdessen wurden bei einem Bombenanschlag auf einen Autobus in Tel Aviv am Mittwoch nach Medienberichten zahlreiche Menschen verletzt. Der israelische Rundfunk meldete, es habe mindestens zehn Opfer gegeben. Krankenwagen rasten zum Ort des Geschehens. Der Anschlag habe sich auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im Zentrum Tel Avivs ereignet. Es war zunächst unklar, ob es sich um einen palästinensischen Selbstmordattentäter oder eine Bombe handelte. (dpa)