Studie der Stiftung Warentest

Kostenloses Girokonto – ein Auslaufmodell?

Kostenlose Girokonten werden immer seltener. Die Experten der Warentest haben im Zuge einer aktuellen Studie die Konditionen von 245 Kontomodellen unter die Lupe genommen und miteinander verglichen. Das Ergebnis: Ein Gratiskonto gibt es in nur noch sehr selten.

Die Nullzinspolitik der EZB setzt den Banken stark zu. Die sinkenden Einnahmen aus dem Kreditgeschäft sowie die anhaltenden Strafzinsen von 0,4 Prozent zwingen die Geldinstitute dazu, alternative Einnahmequellen zu finden. So drehen immer mehr Banken an der Kostenschraube für ihre Girokonten. Um die ausbleibenden Gewinne zu kompensieren, kassieren die Banken für bisher kostenlose Leistungen wie Bargeldabhebungen oder die Girocard ab. Vor allem im Hinblick auf die Kontoführungsgebühren ist daher bei Kontoeröffnungen derzeit Vorsicht geboten.

Verbraucher sollten bei der Eröffnung eines neuen Girokontos einen genauen Blick ins der Bank werfen. Viele Banken werben mit vermeintlich kostenlosen Girokonten, dabei steckt hinter solchen Angeboten in der Regel nur ein Konto ohne Kontoführungsgebühren. Das bedeutet, dass keine Grundgebühr für die Kontoführung per se anfällt, für Leistungen wie Überweisungen, Abhebungen oder Kartenprodukte können aber dennoch Gebühren anfallen.

Studie: Zusammenfassung

Ein ähnliches Bild liefert eine aktuelle Studie der Stiftung Warentest. Getestet wurden 245 von 104 deutschen Banken. Das Ergebnis: Derzeit gibt es in Deutschland lediglich 23 kostenlose Girokonten, die keine Extra-Gebühren für einzelne Buchungsposten und die Zurverfügungstellung von Kartenprodukten verlangen. Noch im Jahr 2016 waren es 25 kostenfreie Konten. Das kostenlose ohne Wenn und Aber wird demnach in Zeiten der Niedrigzinspolitik zum Auslaufmodell.