Der Vorsitzende der UN-Untersuchungskommission zum Gaza-Krieg, William Schabas, hat unter dem Druck Israels sein Amt niedergelegt. Dies bestätigten Diplomaten in Genf am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Er ist zurückgetreten, weil er das Gefühl hatte, persönliche Fragen könnten die Aufmerksamkeit von der Arbeit der Untersuchungskommission ablenken“, sagte ein Diplomat. Es müsse nun ein Vertreter gefunden werden.

Die israelische Regierung hatte von Anfang an starke Vorbehalte gegen die Ernennung des kanadischen Professors für internationales Recht geäußert, weil er voreingenommen sei. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte angesichts des Schabas-Rücktritts, der Kommissionsbericht müsse ganz zu den Akten gelegt werden. Dieser soll schon im kommenden Monat veröffentlicht werden. Netanjahu beschrieb den UN-Menschenrechtsrat als „anti-israelische Organisation“.

Während des 50-tägigen Gaza-Kriegs wurden im vergangenen Sommer 2230 Palästinenser getötet oder starben später an ihren Verletzungen. Auf israelischer Seite starben mehr als 70 Menschen. (dtj/dpa)