Auf der Krim wird der 70. Jahrestag der tragischen Deportation der Krimvölker begangen. Vom 18. bis 20. Mai sollen Gedenkveranstaltungen auf der Halbinsel stattfinden. Dies berichtet die „Stimme Russlands“. Die Vorsitzenden der ethnischen Gemeinden – Krimtataren, Pontosgriechen sowie Bulgaren und Armenier -, die nach der Befreiung der Krim zu Kollaborateuren erklärt und Repressalien unterworfen wurden, freuen sich über den Erlass des Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin, zur Rehabilitation der Krimvölker.

Insgesamt 200 000 Menschen waren von den ethnischen Säuberungen betroffen, die seitens der Sowjetführung angeordnet wurden. Erst Ende der 1980er-Jahre konnten viele von ihnen in die Heimat zurückkehren. Eine Rehabilitierung fand hingegen nicht statt. Erst 2012 scheiterte im ukrainischen Parlament ein Gesetzesentwurf über die Wiederherstellung der Rechte der Krimtataren.

Zwei Monate nach der Sezession der Krim von der Ukraine und ihrer Aufnahme in die Russische Föderation wird die krimtatarische Community nun offiziell rehabilitiert und ihres Schicksals gedacht. Die nationale Politik Russlands unterscheidet sich grundsätzlich von der nationalistischen und auf Assimilation setzenden Politik ukrainischen Staatsführung auf der Krim. Zu erwähnen sei zumindest die Erklärung der krimtatarischen Sprache als Amtssprache neben Russisch und Ukrainisch, sagt der Politologe Wladimir Dscharalla.

Nun haben Vertreter der rehabilitierten Gemeinden die Möglichkeit, Kindergärten und Schulen zu bauen, wo der Unterricht in ihrer Muttersprache erfolgen darf. Der präsidiale Erlass sieht auch die Gründung einer Reihe nationalkultureller Autonomiebereiche auf der Krim vor. Das Dokument enthält auch ein Programm zur Verbesserung des sozialen Lebens dieser Völker. Die russische Regierung soll für diese Zwecke 800 Millionen Rubel bereitstellen. All diese Maßnahmen würden eine harmonische Koexistenz aller Völker und eine multinationale Normalität auf der Krim sichern, meinen Experten.