Kritik an Plakataktion des Innenministeriums

(dpa) – Die Türkische Gemeinde forderte Innenminister Hans-Peter Friedrich ( ) am Mittwoch auf, die Aktion zu stoppen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Kenan Kolat, warf dem Ministerium vor, die Kampagne nicht mit den muslimischen Verbänden abgestimmt zu haben.

Die Kampagne wendet sich gegen eine islamistische Jugendlicher und junger Erwachsener. Mit Plakaten, Zeitungsanzeigen und Online-Angeboten sollen junge Leute, ihre Familien und Freunde gezielt angesprochen werden. Die Plakate ähneln Vermisstenanzeigen. Der Text lautet zum Beispiel: „Das ist unser Sohn. Wir vermissen ihn, denn wir erkennen ihn nicht wieder. Wir haben Angst, ihn ganz zu verlieren an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen.“

Auch die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, zeigte sich befremdet über die Plakatkampagne. „Die Motive wecken den Anschein der Stigmatisierung einer ganzen Gruppe“, sagte Lüders. „Noch hängen die Plakate ja nicht, das soll erst ab dem 21. September geschehen.“ Da bleibe genug Zeit, um noch einmal in Ruhe über Motive und Beweggründe der Kampagne nachzudenken.