Die Kurdische Gemeinde in Deutschland fordert Deutsch als Pflichtsprache in Moscheen. „Die Imame in Deutschland müssen in den Moscheen verpflichtend Deutsch und nicht etwa Türkisch oder Arabisch sprechen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Mehmet Tanrıverdi der „Huffington Post“.

Es dürfe nicht sein, dass „in den Predigten zahlreicher Imame gegen Deutsche und Kurden gehetzt wird“. In den Predigten würden die Gläubigen „oft radikalisiert“, sagte der 53 Jährige. „Da werden schlimme Dinge verbreitet, das macht mir Angst.“ So hätten es die maßgeblichen Verbände bisher versäumt, sich „klar vom IS zu distanzieren“.

Tanrıverdi kritisierte, dass in der Türkei die staatliche Religionsbehörde Diyanet Einfluss auf die Ausbildung der Imame nehme, etwa bei Organisationen wie DİTİB und der umstrittenen Millî Görüş. Die Regierung Erdoğan habe durch ihre Prediger zu einer „Radikalisierung der Stimmung in den Moscheen beigetragen“, so Tanrıverdi. Deshalb sollten in Zukunft Imame, die in Deutschland predigen, auch hier – und nicht wie bisher in der Türkei – ausgebildet werden, forderte der hauptberufliche Unternehmer.

Bisher waren Forderungen nach einer Deutschpflicht an Moscheen eher aus dem konservativen bis rechten Lager gekommen, vor allem von CSU und AfD. Die Kurdische Gemeinde in Deutschland (KGD e.V.) ist einer der größten kurdischen Verbände in Europa und vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von über einer Million Kurden aus der Türkei, dem Irak, Syrien und dem Iran in der Bundesrepublik. (kna/ dtj)