Erdogan und Barzani - dha
Foto: Archiv

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat dem Nordirak wenige Tage vor dem geplanten Unabhängigkeitsreferendum mit Sanktionen gedroht. Diese Sanktionen würden «keine gewöhnlichen sein», sagte Erdogan in der Nacht zum Mittwoch am Rande des UN-Gipfels in New York zu Journalisten. Die Türkei fühle sich durch die Einstellung der nordirakischen Regierung «regelrecht ignoriert». Die endgültige Entscheidung über Sanktionen würden jedoch Sicherheits-und Ministerrat treffen. Beide sollen diesen Freitag in Ankara zusammenkommen.

Die Regierung der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak will am kommenden Montag trotz starker Widerstände in einem Referendum über die Unabhängigkeit abstimmen lassen. Die türkische Regierung hatte sich wiederholt dagegen ausgesprochen.

Der türkische Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag sagte laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch, der nordirakische Präsident Massud Barsani spiele «mit dem Feuer». «Ich sage das ganz deutlich. Das ist ein gefährlicher Weg, das ist nicht die richtige Entwicklung», sagte Bozdag. «Das Richtige ist, dieses Spiel mit Feuer zu beenden, vernünftig zu sein und das Referendum abzusagen.»

Die Türkei unterhält zwar enge Beziehungen zur kurdischen Autonomieregierung im Nordirak, ist aber gegen einen unabhängigen Kurdenstaat. Ankara befürchtet, ein solcher könnte separatistische Tendenzen unter den Kurden in der Türkei verstärken.

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