Nechirvan Barzani und Ahmet Davutoğlu trafen sich in Ankara

Die bereits seit längerer Zeit angekündigte und in allen Anrainerstaaten vielbeachtete große Kurdistan-Konferenz in Arbil, die am 15.9. stattfinden hätte sollen und alle relevanten kurdischen Gruppen aus mehreren Ländern an einen gemeinsamen Tisch bringen sollte, wurde verschoben. Grund dafür sind die irakischen Kommunalwahlen, die am 21.9. stattfinden werden.

Stattdessen soll die Veranstaltung nun am 25. September stattfinden. Angesichts der instabilen Situation in der Region infolge des Arabischen Frühlings hat die Konferenz in einigen Staaten der Region Besorgnis ausgelöst.

Das Autonomiestatut für die Kurden im Nordirak und das zunehmende Selbstbewusstsein dieser Volksgruppe wird von Kurdenvertretern in anderen Ländern als Vorbild gesehen. Die Kurdische Regionalregierung (KRG) in Arbil hat mehr politischen Einfluss als je zuvor, was jedoch auch Konflikte mit der Zentralregierung in Bagdad heraufbeschwört.

Der Premierminister der irakischen Kurden, Nechirvan Barzani, hatte sich im Juli mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu in Ankara getroffen (Foto) und dabei Befürchtungen über die Ausrufung eines vereinigten Kurdenstaates zerstreut. Außerdem hat Barzani noch weitere türkische Offizielle über die Inhalte der Konferenz in Kenntnis gesetzt.

Während die Türkei die kurdischen Ambitionen in Richtung mehr Selbstbestimmung begrüßt, besteht man auf der Unverletzlichkeit von Grenzen und die Einhaltung entsprechender völkerrechtlicher Vorgaben.