Im Landtag von NRW nahmen führende Politiker am Freitag Anteil am Schicksal der toten und vermissten Bergleute nach dem folgenschweren Grubenunglück in Soma.

Aus der türkischen Stadt Soma erreichen uns immer mehr schreckliche Nachrichten. Bis jetzt steht fest, dass mindestens 284 Menschen beim Bergwerkunglück in der Türkei ums Leben gekommen sind. Im Landtag von NRW nahmen führende Politiker am Freitag Anteil am Schicksal der toten und vermissten Bergleute nach dem folgenschweren Grubenunglück in Soma.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Düsseldorfer Landtag, Norbert Römer, gab den Gefühlen der Parlamentarier Ausdruck, als er sich zum Grubenunglück äußerte und betonte: „Wir trauern um die Opfer und fühlen mit den Angehörigen.“

Auch die SPD-Landtagsfraktion in NRW trauert um die Opfer und fühlt mit den Angehörigen. Landtagspräsidentin Carina Gödecke hat dazu in der heutigen Sitzung des Landesparlaments im Namen aller Fraktionen im Landtag die richtigen Worte gefunden. Sie sagte: „Unsere große, persönliche und parlamentarische Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gelten den Familien und Freunden der verstorbenen Bergleute. Gerade Nordrhein-Westfalen als Bergbauland weiß, was Bergwerksunglücke bedeuten und welches große Leid damit verbunden ist. Gerade Nordrhein-Westfalen als Land mit den meisten türkeistämmigen Mitbürgern fühlt sich den Familien und der Region um Soma in tiefer Trauer und Anteilnahme verbunden.“

Solidarität hilft in schweren Stunden

„Gerade hier in Nordrhein-Westfalen, in dem Land, das wie kein anderes in Deutschland mit der Geschichte der Kohleförderung verbunden ist, verstehen wir die Nöte der Menschen in der Türkei“, betonte Gödecke. „Die Arbeit unter Tage ist hart, sie ist manchmal lebensgefährlich, leider hat sie nun Kumpel das Leben gekostet. Diese besondere Art der Arbeit schweißt die Menschen, die Familien, die Städte zusammen. Das Prinzip der Solidarität kann niemandem seinen Ehemann, seinen Vater, seinen Sohn oder Bruder zurückgeben. Aber es kann helfen, die schweren Stunden durchzustehen. Wir sind solidarisch mit Soma.“

Auch der integrationspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ibrahim Yetim, spricht Angehörigen und Opfern des Bergwerksunglücks im türkischen Soma sein Mitgefühl aus.

„Das ist furchtbar, was dort passiert ist. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien. Ganz besonders schlimm finde ich, dass das Unglück hätte vermieden werden können, wenn man den Hinweisen auf die Sicherheitsmängel gefolgt wäre“.

Politische Note in Stellungnahme des integrationspolitischen Sprechers

Gemischte Reaktionen innerhalb der türkischen Einwanderercommunity dürfte hingegen die offensive Art und Weise hervorrufen, in welcher der Politiker bereits zum jetzigen Zeitpunkt dem Unglück eine politische Note gibt. Yetim, der früher einmal selbst Bergmann war, kritisiert ungeachtet der Tatsache, dass noch nicht alle Opfer geborgen sind und eine offizielle Untersuchung der Vorfälle noch aussteht, das derzeitige Vorgehen der türkischen Regierung. „Wenn man die vielen hundert Opfer und die trauernden Menschen sieht, dann verharmlost man das Unglück doch nicht dadurch, dass man sagt, solche Unfälle geschähen halt“.

Der türkische Regierungschef Erdoğan hätte den trauernden Angehörigen des schlimmsten Bergwerksunglücks der Türkei ein flapsiges „Das passiert eben, das kommt vor“ entgegengeschleudert. Besonders verwerflich sei dies laut Yetim, da die türkische Regierung offenbar über Sicherheitsmängel im Bergwerk informiert gewesen und untätig geblieben wäre. Zudem hätte sie Untersuchungen mit ihrer konservativen Parlamentsmehrheit verhindert.

„Man hat Menschenleben fahrlässig gefährdet und scheut sich nun, die Verantwortung für die Opfer zu übernehmen. Anstatt aufzuklären, wird vertuscht. Anstatt den Opfern Mitgefühl auszusprechen, werden Wasserwerfer eingesetzt. Und anstatt den Menschen, die ihre Angehörigen betrauern, zu helfen, treten engste Berater von Erdogan noch auf am Boden liegende Menschen ein. Das Benehmen ist für einen Regierungschef unerträglich.“