In der Türkei bereiten die gestiegenen Lebensmittelpreise vielen Menschen Sorgen. In den letzten 12 Monaten sind die Preise für Obst und Gemüse um teilweise mehr als 25 Prozent gestiegen. Kartoffeln kosten sogar mehr als das Doppelte als noch vor einem Jahr. Im April stiegen die Preise nach Angaben des nationalen Statistikinstituts TÜIK für Lebensmittel um 14,36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Linsen kosten inzwischen 6 TL (ca. 2 Euro) und Bohnen sogar 7 TL (ca. 2,32 Euro) das Kilo. Für Olivenöl zahlt man inzwischen bis zu 25 TL (ca. 8,30 Euro) und für Milch 3,5 TL (ca. 1,16 Euro) pro Liter.

Gleichzeitig sind die Preise für Lebensmittel weltweit auf einem Tiefststand. Der monatlich von der FAO ermittelte Preisindex für Lebensmittel sank im April weiter, und zwar um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Organisation am Donnerstag mitteilte. Auch dank der reichen Ernten im vergangenen Jahr werden die Preise für importierte Lebensmittel in diesem Jahr nach Einschätzung der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren sinken, schätzen die Experten.

Als eines der Gründe gilt auch hier wie beim Erdöl der Werteverfall der türkischen Lira TL gegenüber dem Dollar. Ein Dollar kostet inzwischen 2,68 TL. Viele Waren werden auch durch Spekulanten in die Höhe getrieben. Nach Informationen der Landwirtschaftskammer (Ziraat Odası) von Nevşehir werden zwischen 60.000 und 80.000 Tonnen Kartoffeln gelagert. Die Knappheit und die damit verbundene Preissteigerung sei also künstlich. Auch andere Lebensmittel würden gelagert, um die Preise hoch zu halten.