Der Oberste Gerichtshof von Afghanistan hat sieben Leibwächter von Vizepräsident Abdul Raschid Dostum wegen Entführung und Vergewaltigung eines politischen Rivalen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Das bestätigte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Dostum selbst war für den Vorfall ebenfalls angeklagt worden. Er hatte sich da allerdings schon in die Türkei abgesetzt, wo er zurzeit lebt. Zu dem weiteren Vorgehen gegen den Vizepräsidenten wollte der Gerichtssprecher nichts sagen.

Fall in Afghanistan hatte Empörung ausgelöst

Der Fall hatte in Afghanistan und im Ausland Empörung ausgelöst. Dostum, ein Kriegsherr, dem viele Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, soll im November 2016 einen Politiker aus seiner Partei zuerst selbst geschlagen, dann von seinen Wächtern verprügeln lassen und schließlich entführt haben. Der Vorfall ereignete sich am Rande eines Buskaschi-Turniers, bei dem Reiter um eine kopflose Ziege kämpfen. Dostum hielt den Mann dann als Geisel und befahl seinen Leibwächtern, ihn zu vergewaltigen. Dostum wies die Vorwürfe zurück.

Die Klage gegen den Vizepräsidenten und seine Männer hatte ihn Kabul viele überrascht. Das Land, das bekannt ist für die Korruption in der Regierung und für die Menschenrechtsverletzungen vieler Amtsträger, hat seine Mächtigen bisher nur selten zur Rechenschaft gezogen.

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dpa/dtj