Der Wintereinbruch im Nahen Osten setzt den syrischen Flüchtlingen im Libanon heftig zu. Laut arabischen Medienberichten starben im Osten des Landes in der Kälte vier Menschen, darunter ein acht Jahre alter Junge und ein zehnjähriges Mädchen. Der Wintersturm „Zina “ fegte mit Regen und Schnee über den Libanon. Vor allem die Bekaa-Hochebene im Nordosten des Landes sei hart getroffen worden, sagte der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Beirut, Ron Redmond, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

UNHCR: „Situation der Menschen sehr dramatisch“

Die Situation der Menschen sei „sehr dramatisch“, erklärte Redmond weiter. Laut UNHCR halten sich im Libanon rund 1,1 Millionen registrierte Flüchtlinge aus Syrien auf, davon etwa 400 000 in der Bekaa-Ebene. Derzeit liegen dort rund 35 Zentimeter Schnee. Viele Flüchtlinge leben nur in Zelten. „Wir befürchten, dass das Schlimmste noch kommt“, sagte Redmond.

Ihm zufolge hat das UNHCR große Probleme, die Flüchtlinge zu erreichen. Allerdings sei ein Großteil der Menschen seit Oktober mit Winterdecken, Öfen und Gutscheinen für Öl und Lebensmittel versorgt worden. Die Versorgung der Flüchtlinge im Libanon ist besonders schwierig, da es in dem Land keine offiziellen Flüchtlingslager gibt. Deswegen leben die Menschen über das Land verstreut.

Libanon führt Visumspflicht für Syrer ein

Das Land hat zudem nach vier Jahren nach Ausbruch des Bürgerkrieges im Nachbarland Syrien eine Visumspflicht für Syrer eingeführt. Die am Montag in Kraft getretene Maßnahme soll den Zustrom an Flüchtlingen kontrollieren. „Diese Zahl ist genug, der Libanon kann nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen“, sagte der libanesische Innenminister Nuhad Maschnuk am Montag laut der online-Ausgabe der libanesischen Tageszeitung „Daily Star“. Im Libanon leben laut UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) außerdem noch 455 000 offiziell registrierte palästinensische Flüchtlinge. (dtj/dpa)